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Damit Sie nicht mehr zubeißen können …!

Ich wills mal so sagen: Dank unseres phänomenalen Sozial- und Gesundheitssystems steuern wir mit Schmackes auf eine zahnlose Republik zu. Wobei – und hier korrigiere ich mich, Deutschlands Regierung kommt ja schon seit Jahren ohne Gebiss aus. Aber jetzt geht’s ans Eingemachte.

Sündhaft teure Zahnarztbesuche werden nicht mehr von der Versicherung bezahlt, das ist der Plan! Der Vorstoß des CDU-nahen Wirtschaftsrats, dient „der Entlastung der Arbeitnehmer“, – und, so das Strategiepapier -, es soll der gesetzliche Leistungskatalog erheblich zusammengestrichen werden. Sprechen wir es doch einmal offen aus: "Grabsteinsanierungen" und die Extraktion übelriechender Fragmente im Mund können wir ohne heftige Zuzahlungen nun völlig vergessen, es sei denn, wir halten uns im Winter gerade in Berlin auf. Dort hätten wir wenigstens die reelle Chance, auf vereisten Gehwegen, Treppenaufgängen oder Straßenüberquerungen punktgenau auf die Schnauze zu fallen, um lästige Quälgeister schnell und unkonventionell loszuwerden.

Es gibt natürlich auch kostengünstige Alternativen einer Zahnbehandlung. Ein Besuch in Duisburg Marxloh oder Berlin-Neukölln bieten ideale Möglichkeiten einer zügigen Zahnextraktion. Man begebe sich vor eine Shisha-Bar oder ein einschlägiges Wettbüro und provoziere dort einen muskulösen Fremdbürger. Ganz nach dem bekannten Sprichwort: "Wo gepöbelt wird, fallen Zähne" wird einem der teure Zahnarztbesuch erspart.

Da sich auch in der Frage der Unfallversicherungen auf „Arbeitswegen“ der Gesetzgeber in Zukunft weigern wird, Bürger angemessen abzusichern und kostenfrei zu versorgen, wird unser Sturz in einen vereisten U-Bahnschacht oder auf den glatten Treppenaufgängen zum Sozialamt nur während der Freizeit empfohlen - schon der unverschämten Schadenersatzforderungen gegen städtische Behörden wegen. Doch das löst unser Problem nicht wirklich, zumindest nicht das der sogenannten Biodeutschen. Während eine nicht unerhebliche Anzahl privilegierter Sozialgäste kostenlos ihren oft jahrelang vernachlässigten Lauterbach'schen Oralfriedhof auf Vordermann bringen lassen kann, muss der arbeitende Beitragszahler Rücklagen und Sparbücher auflösen, wenn er wieder mit Genuss ein Schweineschnitzel verputzen will.

Früher..., ja früher, da war alles anders. Ich erinnere an das geflügelte Wort: "Dem ziehe ich den Zahn", ein Satz, der sich darauf bezog, einem renitenten Zeitgenossen jeden Mut zur Gegenwehr zu nehmen. Der Satz stammt übrigens aus der Antike. Schnupperte ein untreuer Ehe-Mann an fremden weiblichen Blüten und wurde dabei erwischt, zog man ihm im alten Rom zur Strafe sämtliche Zähne. Damit wurde er für abenteuerlustige Damen unattraktiv und stellte als potenter Rivale keine Gefahr mehr dar. 

Doch "Tempora mutantur"! Wir leben heute in Zeiten, in denen unsere Regierungen die Renten- Sozial- und Krankenkassen dermaßen geplündert haben, dass sich unsere Regierungsverantwortlichen gegen Zahnpatienten und ausufernder Kosten massiv zur Wehr setzen müssen. Unsere Eliten wollen uns Bürgern im übertragenen Sinn endgültig den Zahn ziehen. 4,2 Milliarden Euro mussten die Kassen für Zahnbehandlungen aufbringen, Geld, das man dringend für soziale Projekte in Afrika benötigt. Denn arbeiten kann man auch ohne Zähne!

Wie heißt es so griffig im CDU-Papier und in einem Passus zu den Leistungen der Krankenkassen? „Verschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen.“ Aha! Gut absichern? Das heißt auch hohe Zusatz-Prämien, die sich in unseren Zeiten kaum noch jemand leisten kann. Ähnliches gilt auch für Leute mit Sehschwächen, die man beim Erwerb von Brillen massiv schröpft. 

Schon der undefinierte und diffuse Terminus „Zahnarztbehandlungen“ lässt Schlimmes ahnen. Denn viele Bürger mit schmalem Einkommen oder Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, werden sich darauf einrichten müssen, ihre Ernährung in Zukunft auf Grießbrei, Süppchen und Pudding umzustellen, wenn ihnen aus pekuniären Gründen die Reise nach Berlin verwehrt sein sollte. Somit gingen auch feuchte grüne Ernährungsträume in Erfüllung, die die Bevölkerung gerne auf vegane Kost umstellen und uns die saftigen Steaks missgönnen. 

Der Fairness wegen möchte ich jedoch einräumen, dass bei den Grünen offenkundig zwei Herzen in einer Brust schlagen. Einerseits stellen sie sich gegen das Vorhaben der CDU, Zahnarztleistungen einzuschränken, da man anhand des Zahnstatus diskriminiert werden könnte, andererseits verfolgen sie kariesunterdrückende Erziehungspläne, bei denen wir uns ausschließlich mit Gräsern, Möhren, Rüben oder Blattgemüse bescheiden müssten. Aber welcher "Normalo" will das schon? Doch zurück in unsere zahnlose Zukunft.

Schon die regelmäßige Zahnreinigung oder die Entfernung von Zahnstein reißt ein tiefes Loch ins Monatsbudget deutscher Geringverdiener. Nennen wir die Dinge doch einmal beim Namen: Dieser dentale Sozialplan mit erheblichem Diskriminierungspotenzial ist nicht nur ein infamer Anschlag auf uns Steuerzahler, die mittlerweile unverschämt hohe Sozialabgaben leisten müssen, er hat auch einen hohen symbolischen Charakter. Denn in unserer Gesellschaft kann aufgrund einer völlig unfähigen Regierung schon längst niemand mehr „kraftvoll zubeißen“. Intellektuell, mental und ernährungstechnisch schlabbern und sabbern wir uns schon seit geraumer Zeit durchs buntwoke Leben, ohne uns zur Wehr zu setzen. 

Ich sehe es kommen, dass unsere Rentner, die ein Leben lang in die Sozial- und Krankenkassen eingezahlt haben, beim gemeinschaftlichen Mittagessen im Speisesaal des Seniorenheims ihr gemeinsames Gebiss am Tisch herumreichen, um den Tafelspitz verdauungsgerecht zu zerkauen oder das gebrutzelte Hühnerschenkelchen abzunagen. Da heißt es, für jeden zügig zu essen, damit auch der Letzte in der Reihe nicht unnötig lange warten muss. 

Geht es nach Christdemokraten mit Wirtschaftsexpertise, dann hat Deutschland ein Lifestyle-Problem. Nun ja, wer braucht heutzutage noch Zähne, wenn die Regierung uns das Leben bis uns Detail vorkaut? Ich neige ja eher zu der Idee, unseren Politikern endlich die Zähne zu ziehen und deren Ideenwut auf ein Normalmaß zu stutzen. Aber ich sehe da schwarz. Es wird munter weitergehen bis zum bitteren Ende.

Möglicherweise werden in unseren Städten und Dörfern aus Ersparnisgründen öffentliche Zahnprothesen-Tausch-Stationen eingerichtet. Das würde für eine echte Entlastung bei den Krankenkassen sorgen. Denkbar ist auch, ähnlich wie auf dem Gebrauchtwagenmarkt, eine Zweit- oder Drittnutzung gut erhaltener Zahnprothesen, wenn Oma oder Opa das Zeitliche gesegnet haben. Denn, wie schon gesagt, wir benötigen das Geld in Afrika oder in der Ukraine. Ich hoffe jetzt darauf, dass mich eine entfernte Tante im stattlichen Alter von 104 Jahren bei ihrem hoffentlich baldigen Ableben mit ihren Zähnen bedenkt und mir das Finanzamt nicht den Unterkiefer wegen der Goldzähne wegsteuert.

                                          

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