Freitag, 2. Juni 2017

Geisterfahrer der Klimapolitik

Der empörte Aufschrei ist weltweit zu hören. Trump ist gestern mit Vollgas in den Highway eingebogen. In entgegengesetzter Richtung. Wahrscheinlich mit einem VW-Diesel der dritten Generation. Wenn man einmal davon absieht, dass auf dieser Welt ohnehin jedes Land mit seinem Dreck und seinem Giftmüll tut, was es will, könnte man sich angesichts des Sturmes im Wasserglas der Klimapolitik ersäufen. Denn so klar ist nicht, wie es die Verfechter des gesunden Klimas mit ihren selbst auferlegten Verpflichtungen halten. Fährt man nicht schon seit Jahrzehnten heimlich auf der falschen Seite unserer Klima-Autobahnen und erzählt dem Bürger eine Story? Wobei wir mittendrin wären, im kontroversen Thema.



Trump steigt aus dem Klimaabkommen aus. Kein Nachrichtensender, der sich mit dieser Sensation nicht auseinandersetzt. Man hat das kommen sehen. Doch selbst die optimistischen Anhänger seiner Politik, die diesem Klima-Hasardeur noch einen letzten Rest an funktionsfähigen Synapsen unterstellten, sehen sich nun enttäuscht. Ich frage mich: Weshalb eigentlich? Er hat getan, was er angekündigt hat, etwa mit der Attitüde eines türkischen Türstehers einer angesagten Disko, der jedem anbietet, ihm was aufs Maul zu geben, wenn ihm etwas nicht passt. Mit Logik, Freundlichkeit oder überzeugenden Argumenten kann man einem solch vernagelten Zerberus auch nicht beikommen.

Wie sagte Jean-Claude Junker in einem Interview vor zwei Tagen so prägnant? „Wir haben Herrn Trump in Taormina in einfachen, deutschen Hauptsätzen die Wichtigkeit der Klimapolitik zu erklären versucht.“ Nun ja, wo der herkömmliche Mensch ein Hirn hat, wabern aus Sicht von Junkers und Konsorten in Trumps Oberstübchen übelriechende Darmgase. Daher vermutlich dessen positive die Affinität zur globalen Erderwärmung. Trumps Masterplan allerdings dürfte nur einer kleinen Gruppe eingeweihter Vertrauter geläufig sein. Meine Vermutung ist ja, dass er mit der Produktion von Sonnenschutzmitteln mit Lichtschutzfaktor 30 zukünftig eine marktbeherrschende Position erreichen will. Wir werden es noch erleben: Die USA wird Weltmarktführer bei der Vorbeugung von Sonnenbränden, während die Chinesen und die Inder uns derweil mit Giftgaswolken einhüllen. Die Kombination hat was.

Wäre ich ein Zyniker, würde ich spontan an die Milliardenzahlungen deutscher Automobilhersteller denken, die mit ihrer Schmuddelsoftware den USA weitflächig wahre Abgaswohltaten bereitet haben. Wenn man es genau nimmt, entrichteten sie an die US-Regierung 15 Milliarden Euro Vergnügungsteuern für die erfolgreiche Verbreitung von Diesel-Emissionen. Durch den Trump-Ausstieg zahlen der Volkswagen-Konzern und Bosch im Zuge der Affäre um manipulierte Abgaswerte ihren Kunden in den USA noch einmal mit mindestens mit 1,6 Milliarden Dollar Kundenboni, damit sie anstatt mit amerikanischen Rußbomben mit computergesteuerten Abgasschleudern „made in germany“ noch effizienter ihre Landschaften verpesten. Da erhält der deutsche Qualitätsbegriff eine völlig neue Dimension.

Die Welt ist irgendwie verkehrt, habe ich den Eindruck. Um auf die zuvor erwähnte, mentale Unzugänglichkeit des Türstehers vor der Disco zurückzukommen, wäre es jetzt doch eigentlich nur fair, wenn man Besitzer von TESLA-Fahrzeugen hierzulande mit Strafzahlungen belegen würde. Immerhin benutzen sie „sauberen“ Strom. Dass Trump gleichzeitig mit dem Ausstieg des Klimaabkommens auch die Krankenversicherung abschaffen will, hängt wahrscheinlich auch damit zusammen, weil dann Lungenkarzinome, Asthma-Anfälle und Hautkrebs eine höhere Verbreitungsrate erfahren und somit unter den ärmeren Schichten der Gesellschaft unerwünschte Bevölkerungszuwächse überschaubar bleiben. Aus seiner Sicht vermehren sich Chinesen, Mexikaner und Muslime bereits wie die Karnickel. Diesem Trend kann man mit gezielten Maßnahmen wie die Maximierung von Co2 Ausstoß oder Schwefelgas-Emissionen regulierend entgegenwirken. In Syrien klappt das ja schon.

Halten wir doch noch einmal fest: Nachdem dieser amerikanische Emissionsguru das Klima-Abkommen gekündigt hat, wird zwar der Austritt frühestens im Jahr 2020 gültig, spart aber 500 Millionen Dollar an Zahlungen nach Paris. Wahrscheinlich wird er das Geld in Waffen oder in Kriegseinsätzen anlegen. Etwas anderes hat er auch noch erreicht: Ab sofort gehört er zu der elitären Minderheit der zwei Staaten Syrien und Nicaragua, die damit die einzigen Länder sind, die nicht mehr Teil des UN-Weltklimavertrags sind. Somit befindet er sich in bester Gesellschaft, zumal er gerade dabei ist, Syrien zu eliminieren. Ich habe den Verdacht, dass er seinen Slogan: „America First“ zumindest auf dem Gebiet der Umweltverschmutzung seinen weltweiten Führungsanspruch durchsetzt. Möglicherweise haben wir alle den US-Präsidenten unterschätzt und er ist tatsächlich gescheit.