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Das Wahljahr rückt näher

Ein geflügeltes Wort sagt: Es wird niemals mehr gelogen als vor der Wahl und nach der Jagd… Bald ist es wieder soweit. Schmierenkomödie und Farce stehen in Bälde auf dem Veranstaltungskalender. Schon jetzt legen sich die Parteien ins Zeug und spielen unter Missachtung wirtschaftlicher und sozialer Bedürfnisse den Theaterbesuchern ihre neuesten Ammenmärchen vor. Leider in mittelmäßiger Besetzung. 



Ihre Kostüme tragen sie wie eine Monstranz! Blau schillern sie, auch grün, rot und schwarz, und den Kombinationen sind keine Grenzen gesetzt. Wie geklonte Schafe blöken sie ihre auswendig gelernten Worthülsen ins gelangweilte Publikum und behaupten allen Ernstes, sich qualitativ vom gegnerischen Mimen zu unterscheiden. Ich sehe es kommen, der Wähler wird vermutlich auch in dieser Legislaturperiode in der Wahlurne beerdigt.

Dabei hätten es die Wähler so leicht, wenn sie sich bewusstmachten: Politiker brauchen jeden Wähler, Wähler aber nicht jeden Politiker. Nun unterstelle ich den meisten Politikern nicht gerade überragende geistige Fähigkeiten. Vielmehr scheint es mir in deren Köpfen übersichtlich zuzugehen. Inhaltsleere Beteuerungen haben Hochkonjunktur, weswegen sich sogar Siegmar der Gewichtige zutraut, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Um seinen Siegeswillen nachhaltig zu dokumentieren, lässt er sich – welch ein genialer Schachzug -, in Kindergärten mit kleinen Kindern auf dem Arm fotogen ablichten. Dass er sich im Anschluss nicht mit armen aber kuschligen Katzenbabies im Tierheim zeigt, scheint mir ein leichtsinniger Umgang mit potentiellen Wählerstimmen zu sein.

Wir schaffen das, ruft Angela währenddessen und lässt in stillen Nächten Dutzende Flugzeuge mit Flüchtlinge in Kompaniestärke klammheimlich in Köln Wahn landen, während Siegmar der Pausbäckige dem Wahlvolk den Führerscheinentzug für säumige Unterhaltszahler als ultimative Problemlösung verkauft. Nun ja, begüterte wie z. B. Siggi, dem Schwergewichtigen, die hätten kein Problem damit. der Staat stellt ihm einen Chauffeur. Würden solche Leute dennoch keinen Unterhalt zahlen, könnte man vorsorglich dem eingestellten Fahrer den Führerschein gleich mit entziehen. Der Kindergarten im Bundestag feiert fröhliche Urständ.

Urlaubsgebräunt und glattrasiert drängt sich Gabriel nach vorn und versucht mit verbesserungswürdiger Rhetorik den wählenden Massenverkehr in bunt ausgeschilderte Sackgassen umzuleiten. Aber nur einer kennt die schönsten Sackgassen. Gunter, der Gutgenährte. Er wirft all seine Pfunde in den Ring und sich selbst in Pose. Wir informieren unsere Bürger – wir gestalten unsere Politik transparent und offen. Im gleichen Augenblick erfahren wir von gefälschten Lebensläufen, unrechtmäßig erworbenen akademischen Titeln. Ich will gerne einräumen, ein paar Sachen muss der Bürger ja nicht unbedingt wissen.

Die Integration der Refugees wird zur nationalen Aufgabe. Zur Untermauerung dieser großspurigen Ankündigung wurden Kompetenzteams bemüht, obwohl man in Parteizentralen wissen müsste, dass eine solche Bezeichnung der Teams auch der Kompetenz bedarf. Sieht man sich die Mitglieder der selbsternannten Kompetenten an, so kommen Einem erhebliche Zweifel. Mir scheint, da wird die Gabe wichtigtuerischer Selbstdarstellung mit fundiertem Sachverstand verwechselt.

Keine noch so dämliche Talkshow wird ausgelassen, um banale Worthülsen in die Welt zu setzen. Mich wundert inzwischen gar nichts mehr - heutzutage schafft es jeder Profilneurotiker ins Fernsehen, weshalb nicht auch Politiker. Immerhin finden sich ja auch genügend Teilnehmer für Big Brother oder Dschungelcamp. Hemmungsloser Narzissmus ersetzt Bildung, Fachwissen und Berufserfahrung. Macht ja nichts, solange man sein Volk für mindestens ebenso dämlich hält.

Es ist geradezu beängstigend, mit welcher Inbrunst professionelle Phrasendrescher etablierter Parteien Sinnentleertes aneinanderfügen und sich den Nimbus der Allwissenheit und Redlichkeit verleihen. Ich bezweifle, dass fünf Prozent der Entscheider in unserer Regierung überreißt, was es mit der Flüchtlings- und der Eurokrise auf sich hat und welche Konzepte greifen könnten.


Wie die Lemminge setzen sie Milliardensummen der Steuerzahler in den Sand. Es ist immer wieder das gleiche Schauspiel. Auf der politischen Bühne starten Minister als Adler und landen auf der Realebene als Spatz. Nur bei der SPD ist es ein wenig anders, dort fällt die Polit-Elite gleich tot vom Himmel. Möge der ehrlichere Lügner die Wahl gewinnen.

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