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Angela Merkel – sag zum Abschied leise servus

Gerade meldete die Nachrichtenagentur AFP, dass die Visegràd-Länder unter der Führung von Victor Orban den Asyl-Gipfel mit Angela Merkel am Sonntag boykottieren werden.



In Budapest haben vier Staatsmänner Angela Merkel unverblümt aber höflich die Leviten gelesen. "Wir werden am Gipfel nicht teilnehmen, denn man will einen Vorschlag wieder aufwärmen, den wir bereits abgelehnt haben", sagte der polnische Regierungschef nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Tschechien, Ungarn und der Slowakei. Eine schallende Ohrfeige für Angela Merkel, die aufgrund der heftigen Gegenwehr der Betroffenen und insbesondere aufgrund des massiven Protestes des Italieners den Entwurf zum Asyl-Gipfel wieder zurückzog.

"Wir gehören nicht zum Freundschaftskreis der Migrationsaufnehmer", so die Worte von Viktor Orban, der die Visegrad-Runde eröffnete. Eine deutliche Definition einer geschlossenen Haltung, die für Deutschland nichts Gutes verheißt. An Orbans Seite auch der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, zwar charmanter, aber nichtsdestotrotz mit der gleichen, klaren Kante, mit der er seine 4 bzw. 5 Kollegen unterstützte. Nun sind es mit Italien gleich 6 Länderchefs, die Angela Merkel implizit maximales Misstrauen entgegenbringen. Mittlerweile haben sich internationale Fronten gegen Brüssel und Merkel aufgebaut, die ihre Bemühungen in der Flüchtlingsfrage nahezu obsolet machen.

"Der Europäische Rat, nicht die Europäische Kommission, sollen EU-Migrationsgipfel organisieren", sagte Orban. In Anspielung auf die deutsche Kanzlerin meinte er, dass "innenpolitische Schwierigkeiten nicht zu paneuropäischer Hast führen dürfen". Zu deutsch: Bring erst einmal Ordnung in deinen Laden, dann reden wir weiter. Just zur gleichen Zeit kommen Sperrfeuer aus bayerischen Geschützen und Söders Finger ist am Abzug. „Merkel mit einem Alleingang in Frankreich. Sie beschließt milliardenschwere Deals.“ Derweil ist Angi in den Libanon und Jordanien gejettet, um nach Gutsherrenart und ohne Abstimmung Hunderte von Millionen zu verteilen, um sich die Gunst der Potentaten zu kaufen. Es hat den Anschein, als sei Frau Merkel Alleininhaberin Deutschlands.

Jedenfalls ist die Frage der immer wieder aufgewärmten Quotenregelung den Gang alles Irdischen gegangen und man fragt sich, ob Angela sich überhaupt wieder nach Hause traut. Denn dort sitzen Parteifreunde, die klammheimlich schon die Messer gewetzt haben. Sowohl in Bayern, als auch in Berlin. Zu gravierend sind die Fehler, zu schwer sind die Folgen, die eine störrische und vollkommen unbelehrbare Kanzlerin in die Knie zwingen werden. Trotzige Rechthaberei in der Öffentlichkeit, um dann mit leeren Händen nach Berlin zurückzukehren, ein schlimmeres Debakel kann's nicht geben.

Da helfen weder Siegesmeldungen der ARD oder des ZDF, noch "getunte" Statistiken, auch nicht die roten Meinungsoffensiven von Dunja Hallali im Morgenmagazin. Noch weniger helfen die heimtückisch vorgetragenen Beteuerungen von Laschet und Bouffier, die mit breitem Wolfsgrinsen beteuern, dass sie voll und ganz hinter Angela Merkel stünden. Die Zeit ist nun für ihre zwei Lieblingsminister reif, die Rolle des Brutus einzuüben, damit die Dramaturgie wie einst bei Caesar klappt.

Angela befindet sich auf Abschiedstour, und wir sollten das Lied anstimmen: Sag zum Abschied leise servus. Sie wird weder das selbst verursachte Flüchtlingschaos in den Griff bekommen, noch wird sie sich im eigenen Lande auf Dauer weiter durchsetzen. Ihre Reputation, ihre internationale Anerkennung, die innerdeutsche Wertschätzung, sie sind irreparabel beschädigt. Sie sollte abdanken. Mein Dank wäre ihr gewiss.


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