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Ministerkonferenz – eine Berliner Känguru-Nummer - große Sprünge mit leerem Beutel

Wie nicht anders erwartet, setzt die Bundesregierung das Corona-Strategie-Desaster mit maximaler Konsequenz fort. Angekündigt wurden den hoffenden Bürgern Öffnungsschritte, verkündet wurde mit der geballten Wucht politischen Versagens nur lauwarme Luft. Im Großen und Ganzen bleibt vorläufig alles wie es ist.

 


In der Kurzformel lautet das Ergebnis der Ministerkonferenz: Weiter Lockdown, nur geschmeidiger umschrieben. Bei dem Kuhhandel von Inzidenzwerten und Öffnungsschritten ging es so ähnlich zu, wie bei der Lottofee am Samstagabend im ZDF, nur alternativer. In der großen Trommel liegen drei Nummern. 35, 50, und 100 und die blinde Glücksfee Angela weigert sich, die Ziehung vorzunehmen. Da kann unsereiner lange warten, bis er seinen Freiheitsgewinn entgegennehmen darf. Und zu allem Überfluss kommt dieser Söder daher und erzählt:  ZITAT – „wir geben der Bevölkerung ein stückweites Vertrauen und kommen ihr mit Öffnungsschritten entgegen.“ 

Vertrauen? Das sagt ausgerechnet ein Politiker, dem selbst kaum Vertrauen entgegengebracht wird? Und seit wann nennt man das weitere Einsperren einen Öffnungsschritt. Mir scheint, dessen Wahrnehmung hat, seit er König von Bayern ist, erheblichen Schaden genommen. Aber damit nicht genug. Was die Staatsträger in der Elefantenrunde uns als „nationale Teststrategie“ verkaufen wollen, könnte man auch getrost als Känguru-Nummer bezeichnen. Jens Spahn macht andauernd große Sprünge, allerdings mit leerem Beutel. Wie sagte er so hübsch. Mehr als 150 Millionen Selbsttests lägen bereit, um das Volk zu retten. Da stellt sich die Frage: Wo sie denn liegen, wenn der Jens die Antigentests noch nicht einmal bestellt hat.

Immerhin weiß man schon, was der Bürger dafür berappen muss. Fünf Euro pro Stück. Und je nachdem, ob ein Inzidenzwert über 50 liegt, Markus Söder schlecht geschlafen oder Angela unpässlich ist, dürfen wir nur mit Terminvereinbarung, beglaubigtem Impfpass und unter Vorlage eines aktuellen, negativen Teststreifens beim Simmerlwirt an der Isar im Stehen ein Schnitzel essen. Wenn wir Glück haben, dürfen Oma, Opa und zwei Enkel im Abstand von 5 Metern dabei zusehen.

Merkwürdigerweise sprachen unsere Regenten andauernd von Konzepten und Strategien, besonders unser beutelloser "Bundesjens." Leider hat er vergessen zu erwähnen, dass es die Tests noch gar nicht gibt, weil noch nicht zugelassen, obwohl er schon letzten Monat angekündigt hat, dass wir Bürger diese Dinger bereits vor drei Tagen hätten erwerben oder erhalten können. Ein Blick zu ALDI, LIDL oder REWE lohnt sich, dort stehen Selbsttest schon im Regal - die Packung für 25 Euro. Weshalb die Einkaufsabteilungen der Supermärkte schneller sind, liegt auf der Hand. Wer nichts kann, macht eben Karriere in der Politik. Bei REWE säßen solche Figuren an der Kasse. 

Ich erinnere noch einmal: Mitte Februar hatte Spahn bundesweite Gratistests für alle angekündigt: Ab 1. März bis zum 30. Juni solle „jeder Bürger und jede Bürgerin zweimal wöchentlich kostenlos einen PoC-Antigen-Schnelltest durchführen lassen.“ Pfeifendeckel! Wie schon gesagt, Große Sprünge mit leerem Beutel.

Humor haben sie ja, unsere Minister: Nach einem Jahr Corona hat man sich jetzt durchgerungen, eine Taskforce einzurichten, um die Tests zu beschaffen. Aber bis dahin gilt die 26-seitige Verordnung mit allen gültigen Beschränkungen von letzter Woche. Terminvergabe, wenn ich mit ein paar Turnschuhe oder ne Kaffeemaschine kaufen will. Auf einen solchen Schwachsinn muss man erst einmal kommen. Um die Freiheit zu beschleunigen, hat man Andreas Scheuer zum Leiter der schnellen Einsatztruppe ernannt. Der Herr sei uns gnädig. Warum nicht gleich Ursula von der Leyen? Dann könnten wir wenigstens sicher sein, dass dass aus dem Chaos ein Desaster wird und keiner unserer politischen High-Potentials für unser versautes Leben zur Verantwortung gezogen werden kann.

Was unsere Kinder angeht, unsere Schüler und Studenten, da haben wir es auch nicht so eilig. Die sind in der Zwischenzeit auf Grund des Lockdowns eh schon verblödet, insofern kanns nicht schlimmer werden. Es reicht vollkommen, wenn man sie erst Ende des Jahres wieder in die Schulen lässt, sofern Jens rechtzeitig jemanden auftreibt, der die Schnelltests an die Schulen ausliefert.

Ach ja, und was unsere Osterferien oder den Sommerurlaub angeht, macht euch mal keine allzu großen Hoffnungen. Ich bin ziemlich sicher, dass bei dieser Truppe in Berlin das eine oder andere schief geht. Immerhin ist noch viel Luft nach unten, was die Impfquote angeht. Wie meinte unsere Queen Angela missverständlich: „Auch beim Impfen haben wir noch Verbesserungspotential.“

Bei allem Respekt, aber bei 3 Prozent Geimpften von Potential zu sprechen, kommt der Veralberung von 83 Millionen Bürgern gleich. Immerhin, auch das muss man erst mal hinkriegen. Ich bin sicher, spätestens im Juli werden wir von ihr hören. Und der Wortlaut wird sein, wie sie ihn einst gelernt hat: Das VEB schnelle Spritze hat den Plan auch diesen Monat übererfüllt. 300 Familien können nun an der Ostsee Urlaub auf dem Campingplatz machen, sofern sie den Sicherheitsabstand von 50 Metern von Zelt zu Zelt einhalten.

 

 

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