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Annalena Baerbock und der Klima-Notstand im Inselstaat Palau

Unsere Außenministerin reiste nach Abschluss des G-20-Gipfels per Jet auf den winzigen, mikronesischen Inselstaat Palau, ein völlig bedeutungsloses Atoll mitten im Pazifischen Ozean, um sich direkt vor Ort aktiv den weltklimatischen Problemen zu stellen. 

 


„Es ist das schwierigste Sicherheitsproblem unserer Zeit“, ließ die Grünen-Politikerin am Samstag das Oberhaupt der knapp 19.000 Einwohner wissen, „besonders für den von der Erderwärmung betroffenen Inselstaat Palau." 

Wenn man davon absieht, dass der nahezu unbekannte Kleinstaat bestenfalls von gut betuchten Besitzern mondäner Superjachten besucht wird, um sich fern jeder Zivilisation ein paar abgefahrene, exotische Urlaubsspots in einer nahezu unbewohnten Gegend zu gönnen, wirkt der Annalenas Besuch wie die lächerliche Aufführung eines drittklassigen Theaterstücks.

Der vergessene Archipel, gleich einem paradiesisch anmutenden Kitschfoto, auf dem gefühlt ein paar Handvoll Ureinwohner leben, erhebt sich er wie Phönix aus der Asche aus der Bedeutungslosigkeit in unserer Welt. Dort würde man als Besucher bestenfalls einige Schiffbrüchige, veilleicht auch Robinson Crusoe und seinen Inselkumpan Freitag erwarten, sollte man aus Versehen hier anlanden. 

Doch nun erlebte der Staat einen seltenen und auch denkwürdigen Besuch aus der Fremde. Eine deutsche Außenministerin mitsamt ihrer 15-Köpfigen Entourage erwies dem derzeitigen Häuptling Eyos Rudmich die Ehre. Der  feine Sandstrand von Ngkesill, eine romantisch-grüne Kulisse, vor der sich Lehnchen über die dramatischen Auswirkungen der weltweiten Klimakrise informierte. Für grüne Politiker liegt es auf der Hand. Nur hier können die wirklich essentiellen Fragen nachhaltiger Klimarettung beantwortet werden. 

Allerdings ist mir niemand bekannt, der jemals über diesem Archipel etwas gehört haben könnte, nichtsdestoweniger ernannte Baerbock angesichts des ansteigenden Meeresspiegels am Gestade des Riffs, Beate Grzesky sozusagen spontan zur Sondergesandten (Besoldungsgruppe A 15) für den pazifischen Fliegenschiss. Ab sofort ist die Diplomatin für die Inselgruppe Mikronesiens direkte Ansprechpartnerin für aktuelle Klimafragen, das kein Schwein kennt. Als hätten wir keine anderen Sorgen. 

Die Dringlichkeit des Besuches unserer deutschen Repräsentantin liegt auf der Hand. Weltgewandt informierte die grüne Zumutung Annalena - im passend-grünen Outfit – versteht sich, die mitgereiste Journaille, dass zuletzt vor 120 Jahren ein deutscher Außenminister nach Palau gereist sei. Vermutlich war Baerbocks Wiederholungsbesuch deshalb längst überfällig. Immerhin war Adolf Marschall von Bieberstein damals mit seinem Schiff eher versehentlich als vorsätzlich über die Korallenriffe des lebensfeindlichen Eilands geschrammt, und hatte, weil er schon mal da war,  die Gelegenheit genutzt, den Proviant für die Mannschaft mit ein paar Kokosnüssen zu aufzufrischen.

Nach Außenminister von Bieberstein im Jahr 1898 wollte vermutlich kein deutscher Außenminister jemals wieder Gefahr laufen, sich grundlos im pazifischen Ozean zu verirren, schon der umständlichen Rückreise wegen. Doch jetzt ist alles völlig anders. „Palau erscheint wie ein echtes Paradies,“ betonte Baerbock, während sie einem Eingeborenen bei der Zubereitung landestypischer Fleischbällchen im Woc über offenem Feuer fotogen zur Hand ging. »Aber wir können uns auch gut vorstellen, was mit diesem friedlichen Paradies passieren wird, wenn der Meeresspiegel noch weiter steigt.«


Ich wills mal so sagen. Ich kann mir auch gut vorstellen, was in einem winzigen Paradies wie Palau passiert, wenn etwaige Wirbelstürme über die Insel fegen und die Einwohner hinterher ihre Hütten wieder aufbauen müssen. 

„Kulturstätten können buchstäblich untergehen“, mahnte unsere Außenministerin weiter. Zugegeben, sogar Rom ist schon einmal untergegangen. Aber die Erhebung eines nahezu unbewohnten und kaum erwähnenswerten Eilandes im Pazifik zur Kulturstätte, das kann nur einer Frau Baerbock einfallen. Und dann fuhr sie fort, die Annalena. „Und viele Anwohner müssen sich eine schreckliche Frage stellen - eine Frage, die ich mir persönlich kaum vorstellen kann..." Bei diesem Satz versagte beinahe Baerbocks Stimme. "Werden die Häuser in 30 oder 50 Jahren noch hier sein?“ Zwar ist die Bezeichnung "Häuser" ein großes Wort für das, worin die Menschen dort leben, aber ich will an dieser Stelle nicht weiter in die Tiefe gehen.

Die diese Sorge hätte man besser im Ahrtal äußern sollen, hat doch ein Unwetter Dutzende Häuser weggeschwemmt, obwohl die Ahr nicht im Pazifik liegt. Weshalb dieser grünen Heimsuchung die Katastrophe vor unserer Haustür völlig entfallen ist, bei der die eigenen Bürger bis heute im Regen stehen, mag man angesichts solch völlig überflüssiger PR-Termine  kaum für möglich halten. Vielleicht liege ich auch falsch und ich muss nur größer denken. Womöglich hat eine Pazifische Insel einen viel bedeutsameren Stellenwert für Deutschland, als mir bislang bewusst ist.

"Keine Weltregion leidet so sehr unter der Klimakrise wie die Pazifikstaaten..." ließ Baerbock die am Strand staunenden Bürger wissen, und das, obwohl der Anteil an den globalen Treibhausgasemissionen in dieser Region kaum messbar ist. "Das ist eine eklatante Ungerechtigkeit", ergänzte Baerbock. In der Tat...! So ein Klima kann ganz schön ungerecht sein. 

Man möchte angesichts solch ergreifender Worte vor Glück in die Koralle beißen, zumal unsere Außenministerin im Falle einer Sintflut in der "Weltregion Palau" mit 40 Quadratkilometer Inselfläche, verteilt auf 350 unbewohnte Atolle, keinen Zweifel an deutschen Hilfszahlungen ließ. Die Insulaner können von Glück sagen, dass sie keine Autos haben, die man wegen zu hoher CO2-Emmissionen in Herne, Wattenscheidt oder Bochum abschaffen müsste. Man bevorzugt auf dem Eiland noch Einbäume und Stechpaddel...., grüner gehts nicht.

Immerhin machte Frau Baerbock den in der Hauptstadt Ngerulmud versammelten Menschen Mut, auch wenn sie keinen blassen Schimmer hatten, wer eigentlich diese Frau im grünen Kleid war, die barfuß und in Begleitung weißhäutiger und dümmlich lächelnder Menschen zu ihnen sprach. Ja, sie wussten nicht einmal, weshalb diese Leute aus Europa überhaupt ihr gottverlassenes Eiland heimgesucht haben und was sie bei ihnen wollten. Immerhin, das Highlight für die Insulaner waren die Fotografen, die wie angeschossene Känguruhs um Annalena herumhüpften, um die besten Motive fürs Familienalbum zu erhaschen. 

Dennoch, wir dürfen stolz auf unsere deutsche Außenministerin sein, die angesichts schwerwiegender Pandemie, Energie- und Inflationsprobleme in Deutschland sich einfühlsam und engagiert um die Klimabedrohung eines verlorenen Korallen-Atolls mitten im Pazifik kümmert, das keiner kennt und das in den nächsten 120 Jahren garantiert auch keiner besuchen will. Wenn nicht Deutschland, wer soll sich sonst um die Einwohner dort verdient machen.  


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Kommentare

  1. Tempelritter194710. Juli 2022 um 08:56

    Es ist ein Trauerspiel. Am Beispiel unserer hoch verachteten Frau C. Roth hat sich
    Annalenchen auch mal einen Abstecher gegönnt. Sie ist viel beschäftigt und bracht
    auch manchmal ein bisschen Ablenkung. Sie hätte aber auch in Erdkunde besser
    aufpassen können. Ausnahmslos fast alle Südseeinseln sind vulkanischen Ursprungs.
    Und wenn die Ureinwohner nicht die Mangrovenwälder abholzen, passiert da nichts.
    Die 19-000 Einwohner von unserem ehemaligen Schutzgebiet wissen doch garnicht
    was los ist. Das die Ureinwohner die Korallen schützen ist doch bewundernswert.
    Ansonsten ist ein Paradies! Ohne Annalena.

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