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Wenn die Finger am Asphalt kleben

Das ist doch einmal eine Nachricht. Unsere Freunde an der Klima- und Weltrettungsfront zeigten am Freitag mit ihrem selbstlosen Einsatz bei der Erdabkühlung unserem Globus, wo der Hammer hängt. Genauer gesagt, wo der Finger klebt. Im jüngsten Fall auf dem Asphalt einer Hauptverkehrsstraße.

Gegen 8 Uhr morgens rückten sie an, die gut bezahlten Klebefetischisten der „letzten Generation“ und schafften mitten im Berufsverkehr blutige Tatsachen. Eine Hauptverkehrsachse in Köln schien den engagierten Aktivisten der ideale Ort zu sein, um sich während der Stoßzeit zu verewigen. Und wie das eben so ist, besonders bei solchen Lebensformen, deren Synapsen sich zumeist in einem festen Aggregatzustand befinden und in deren Oberstübchen im wesentlichen Stillstand herrscht - da kann man auch schon mal den Klebstoff verwechseln.

In besagtem Falle besorgte sich der grüne Klebetrupp in euphorischer Vorfreude auf wütende Autofahrer versehentlich den falschen Leim und gingen mit ihren Händen sozusagen eine symbiotische Verbindung mit dem Straßenpflaster ein. Nachdem die Aktivisten durch die Polizei mehrfach aufgefordert wurden, die Fahrbahn zu räumen, wurden eine verärgerte Einsatzkraft ungehalten. Mit einem beherzten Polizeigriff und einem kleinen Ruck entfernte der Beamte den Verkehrsterroristen von der Fahrbahn, zwar mitsamt der Hand, jedoch unter schmerzlicher Zurücklassung eines Aktivistenfingers.  

Nun kann man ja mit den unterschiedlichsten Vorstellungen versuchen, unsere Erde zu retten, jedoch nicht immer mit den Geeigneten, zumal der eine oder andere zwar nicht unbedingt das Hirn, aber seine vollständigen Hände benötigt. Ein schönes Beispiel bot uns kürzlich ein 38-jähriger Klebe-Experte aus Mainz, der sich mit einer unlösbaren Mischung von Sekundenkleber und Sand so perfekt ans Straßenpflaster festklebte, dass er nur noch mit einer Flex, einem Bohrhammer und 5 Kilo Beton an der Hand aus der Straßenoberfläche gefräst werden konnte.

Allerdings erschließt sich mir bis heute noch nicht, welchen Einfluss die Klebe-Events auf Autobahnen und Bundesstraßen auf das Weltklima haben und wie viele festgeklebte Hände notwendig wären, um das angestrebte Klimaziel zu erreichen. Möglicherweise sind zur Senkung der Extremtemperaturen in der Sahelzone oder im Tschad oder bei der aktiven Verhinderung von Hurricanes der Kategorie 4 in der Karibik Sekundenkleber nicht wirksam genug. Man wird sich mit dieser Frage noch intensiver auseinandersetzen müssen.

Ich empfehle daher 80er Zimmermannsnägel oder die fachmännische Befestigung mittels rostfreien Zylinderschrauben und Unterkopf-Verzahnung. Die halten garantiert und gewährleisten mildere klimatische Verhältnisse in Nigeria. And by the way: Nach dem Gleichberechtigungsprinzip ist es nicht einzusehen, weshalb im morgendlichen Berufsverkehr ausschließlich Autofahrer oder Passagiere auf Flughäfen beim pünktlichen Abflug behindert werden. 

Ich hielte es deshalb für fair, wenn Aktivisten ihr Hobby auf U-Bahn-Tunnels oder auf Bundesbahngleisen ausweiten, um auch dort ein Zeichen zu setzen. Gewiss - Züge können nicht ganz so schnell bremsen, wenn Hindernisse auftauchen, aber dafür ist das Ergebnis umwerfend, auch wenn bei der Bundesbahn längere Verspätungen kaum noch auffallen.

                                          

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Kommentare

  1. Bisschen makaber geschrieben, aber im Grunde: Denen fehlt tatsächlich die Hirnkraft. Das ist so.

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