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Die Sache mit dem Mohammad Ali – Baerbock spricht ein Machtwort

Die Angelegenheit war verzwickt. Jedenfalls für deutsche Behörden, deren Ruf auf dem Spiel steht, wenn man Menschen mit unbekannter Herkunft nicht nur an den Deutschen Grenzen, sondern sie auch an den Türen des Sozialamtes abweisen würde. Da heißt es in unseren Amtsstuben, sich in Sachen Willkommenskultur beispielhaft zu engagieren.

Botschaft Islamabad

Bei der Bearbeitung eines fremdländischen Asylgesuches kennt der Deutsche bekanntermaßen keinen Spaß, zumindest, wenn er ein grünes, rotes oder schwarzes Parteibuch sein Eigen nennt, oder als Mitarbeiter der öffentlichen Versorgung einen Amtsstuhl beansprucht. Auch dann nicht, wenn er im Konsulat eines weit entfernten Landes seinen privilegierten Dienst absolviert. Und gerade in solchen Einrichtungen wird vom hochqualifizierten Personal Sensibilität, Mitleid, Hilfsbereitschaft und aufopfernder Altruismus verlangt, sobald ein Einheimischer Verfolgter den Eingang einer Botschaftstür erreicht.

So geschehen im fernen Islamabad, als gegen 15 Uhr Mohammad Ali G. und pünktlich zu den Öffenungszeiten beherzt die „Embassy of the Federal Republic of Germany“ in Pakistan betrat und unter Vorlage zweifelhafter Dokumente sein Begehr äußerte. Er sei unter Lebensgefahr aus Afghanistan geflüchtet und wolle nun nach Deutschland und benötige jetzt dringend ein Visum.

Allerdings hatte Muhammad nicht mit der Gründlichkeit eines deutschen Beamten gerechnet, der sofort und messerscharf erkannte, dass der vorgelegte Pass eine plumpe Fälschung sein musste. Auch die anschließende Befragung des Antragstellers durch einen konsularischen Mitarbeiter nebst zwei ausgebufften Dolmetschern offenbarte so allerlei Wunderlichkeiten. Nicht nur das Passbild wich etwa 20 Jahre vom Original ab, sondern auch die Kenntnisse der afghanischen Landessprache. Sein Paschtu ließ schwer zu wünschen übrig. Dagegen beherrschte er den örtlichen Punjabi-Dialekt und konnte fließend und wortreich erklären, dass er sich Berlin als seinen zukünftigen Wohnort vorstelle.     

Aber anscheinend kann man sich auf deutsches Botschaftspersonal ebenso gut verlassen wie auf die Mitarbeiter unserer Migrationseinrichtungen, deren Hauptaufgabe darin besteht, jeden Bittsteller qua Stempel und Unterschrift in einen Interims-Neubürger zu verwandeln. Schon bei Beginn seiner Ankunft in Deutschland durchläuft er die drei bekannten Phasen eines zukünftigen Käfers. Larve, Engerling, Käfer, oder im Falle eines Deutschland-affinen Fremdlings vom Antragsteller zur Duldung und in der letzten Phase zum wahlberechtigten Sozialhilfe-Empfänger. Gut, gut, ich gebe zu, das Beispiel mit den unterschiedlichen evolutionären Stadien eines Schädlings mag weit hergeholt sein, aber so lässt sich dem Leser die Integration in unserem Land leichter verdeutlichen. 

Dennoch, solche Karrieren sind ohne Zweifel für Interessenten aus allen Herren Ländern, sofern sie südlich genug liegen, überaus verlockend und erstrebenswert, zumal die Verwirklichung afrikanischer und arabischer Träume gerade in Deutschland millionenfach umgesetzt wurden. Im Beispielfall unseres Mohammad in Islamabad jedoch wäre die Sache mit dem Einwandern um ein Haar an seinen falschen Angaben zur Person und seinem falschen Pass gescheitert, wäre da nicht unsere Annalena Baerbock und ihr allmächtiges Ministerium gewesen. Die Visastelle weigerte sich, einem 14-jährigen „Ali“ – wo auch immer er herkommen mochte – eine Einreisevisum für einen offenkundig 25-jährigen auszustellen.

Man kann verstehen, dass angesichts dieser diffizilen Problematik einem Botschaftsmitarbeiter die Muffe geht, den Mann einfach aus der Botschaft zu werfen, wenn der sich hinterher bei der Annalena im fernen Deutschland über die unmögliche Behandlung beschwert und sich daraus etwa ein dipolomatischer Eklat entwickelt. 

Also schrieb man eine E-Mail an das Auswärtige Amt" in Berlin mit dem Hinweis, Muhammad Ali wisse nur, dass er aus Afghanistan geflohen sei, aber keine Ahnung hätte, aus welcher Stadt er genau aufgebrochen sei, spreche aber leider nur einen pakistanischen Dialekt und die Ausweispapiere hätte er schon seit seiner Kindheit. Der Mail beigefügt war die Fotokopie des dubiosen Passes, vermutlich auf dem Basar in Peshawar gegen eine geringe Gebühr von einem übel beleumundeten Händler erstanden. 

Die Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes in Berlin reagierte trotz erheblicher Bauchschmerzen der konsularischen Visastelle auf Anweisung unserer Annalena, selbstredend nach Rücksprache mit der Innenministerin Nancy, prompt mit einer glasklaren, grünen Verfügung. „An der Identität des Antragstellers bestehen (...) eigentlich keine Zweifel, falscher Pass hin oder her“. Schließlich stehen seit Neuestem bei grünen Minister ihre gottgleichen Verfügungen über dem Gesetz und natürlich auch über unserer Verfassung. Das weiß nur noch nicht jeder hierzualnde. 

Erschwerend kam dazu, dass sich auch noch ein Mann aus Berlin gemeldet habe, der zwar behauptete, der Bruder von Mohammad zu sein. Aber nichts Genaues weiß man nicht. Aber der habe unglaublichen Druck gemacht („Er weinte und will auch in Deutschland bleiben“).

Ende gut, alles gut. Muhammad ist endlich hier und will, weil alles so reibungslos geklappt hat, auf Familienzusammenführung klagen. Und ich fress‘ nen Besen, wenn das nicht mithilfe unserer Nancy reibungslos hinhaut.

                                           

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