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„Steinmeier, der Fickstern und der Geburtstag“


Im feierlichen Rahmen eines Staatsaktes hat unser aller Frank-Walter der Erste, Bundespräsident und Galionsfigur unseres Landes, das 75-jährige Bestehen des Grundgesetzes gefeiert. In seiner Rede rief er die Bürger und nicht etwa die Politiker aller Parteien, Regierungsmitglieder oder Staatsrepräsentanten dazu auf, die Verfassung zu schützen. Weshalb sollten sie auch, wenn es bis jetzt so gut gelaufen ist.

Im prunkvollen Spiegelsaal des Schlosses auf Herrenchiemsee war für die Prominenz und Honoratioren wirklich alles schön angerichtet. Die Stuhlreihen mit preußischer Akkuratesse ausgerichtet. Blumengebinde vorm Rednerpult, in Beethovens Neunte stimmte das Publikum ein, und dann legte er los, der Bundespräsident. Vor dem Hintergrund des Verfassungskonvents erinnerte er an den historischen Hintergrund des Zustandekommens des deutschen Grundgesetzes.

"Eine Demokratie muss wehrhaft sein gegenüber ihren Feinden. Niemals wieder sollen demokratische Freiheitsrechte missbraucht werden, um Freiheit und Demokratie abzuschaffen", so Frank-Walters zu Herzen gehenden Worte. Nun möchte ich mir gar nicht ausmalen, wenn die Bürger dieses Landes unseren Präsidenten beim Wort nähmen, aufstünden und sie die Reste unseres von politischen Kräften aus den Angeln gehobenen Grundgesetzes tatsächlich aktiv verteidigen und wieder vollständig in Kraft setzen wollten.

Dass Steinmeier, ohne es auszusprechen, vor allem die Sympathisanten rechtskonservativer Parteien meinte, die vermeintlich unsere Demokratie und unsere Freiheit gefährden, versteht sich von selbst, zumal der Bundespräsident auf eine eigene rote Bilderbuchkarriere zurückblicken darf. Insofern liegt es in seiner DNA, alles als gefährlich, reaktionär und bedrohlich einzuordnen, was parteipolitisch nicht mindestens rot eingefärbt ist. Doch mitten in seiner von salbungsvoller Ergriffenheit vorgetragenen Grundgesetz-Eloge geschah es.

"Verächter" müssten in die Schranken gewiesen werden, verkündigte er am Jahrestag des Verfassungskonvents. „Und über allem steht ein Fickstern“. Ein freudscher Versprecher – ohne Zweifel. Denn berücksichtigen wir den Kontext und den Anlass der Veranstaltung, kann er mit dem Stern nur das Grundgesetz beziehungsweise die Verfassung gemeint haben. 

Ich möchte nicht darüber nachsinnen, ob der freud'sche Lapsus Linguae, – also die sprachliche Fehlleistung, auf eine präsidiale Mangelerscheinung zurückzuführen und bei der sein eigentlicher Gedanke unwillkürlich zutage getreten ist. Bei den ununterbrochenen Repräsentationspflichten wäre natürlich auch denkbar, dass seine privaten Freuden schon seit Jahren zu kurz kommen. Wir wissen es nicht. 

Immerhin könnte es auch sein, dass er mit jenem „Fickstern“ eine ganz andere, weniger persönliche Intention im Sinn hatte. Denn seit der rot-grünen Regierung hat sich aufgrund massiv verschlechternder Lebensumstände in unserem dynamisch anwachsenden Prekariat umgangssprachlich der Terminus „wir werden alle gefickt“ etabliert. Diese Metapher findet nicht nur in Neukölln, Duisburg Marxloh, in Hamburgs Stadtteil Mümmelmannsberg oder dem Hasenbergl in München häufige Verwendung. 

Insbesondere bei jenen unterprivilegierten Zeitgenossen, die unentwegt Ungerechtigkeiten, Demütigungen und Repressalien "von oben" erfahren. Aber auch unsere perspektivlose Jugend bringt mit dieser ärgerlichen Formulierung ihren Unmut zum Ausdruck. Machen wir uns nichts vor, unser Bundespräsident hat, wenn man es genau nimmt, implizit genau das gesagt, was er gemeint hat. Wir leben seit Beginn der Regierungsarbeit auf einem ebensolchen "Fickstern", der uns immer weniger Freude bereitet. Irgendwie finde ich es auch gut, dass er diese Tatsache einmal öffentlich so deutlich ausgesprochen hat. Denn wer geht schon unbedarft morgens um 2 Uhr gerne durch den Frankfurter Hauptbahnhof oder in Berlins Görlitzer Park.

Ich jedenfalls führe den präsidialen Versprecher genau auf diesen Gedanken zurück, bereitete Frank-Walter doch in seiner Rede das Volk auf harte, sehr harte Zeiten mit persönlichen Einschränkungen, Restriktionen, kalte Winternächte in unseren Häusern, Lastenfahrräder und in Zukunft auf arabisch sprechende Regierungsmitglieder vor. Doch einerseits können wir erleichtert sein, dass nicht Annalena Baerbock Steinmeiers Rede gehalten hat und nicht ihr dieser leicht misszuverstehende Fehler unterlaufen ist, auf der anderen Seite hätte in diesem Falle der Versprecher ein ganz anderes Potenzial für falsche Mutmaßungen eröffnet. Andererseits müssen wir Annalena zugutehalten, dass ihr solche Versprecher in Serie unterlaufen und sie nichts für diese Sprachschwäche kann. Schwamm drüber. 

Klar ist aber: Der bundesweite Ofenbau stockt. Wir bezahlen Atemluftsteuern, die meisten Bürger dieses Landes denken nicht daran, auf ihre schönen Verbrenner-Autos zugunsten von E-Mobilen oder Lasten-Fahrrädern zu verzichten und immer mehr Leute weigern sich, außer Englisch oder Französisch weitere Fremdsprachen erlernen zu müssen, die sie bislang nie gebraucht haben und in Zukunft auch nicht brauchen wollen. Nichtsdestoweniger können wir uns wahrscheinlich nicht länger davor verschließen, reißt der Zustrom "hilfsbedürftiger Besucher", die unsere Sprache nicht beherrschen, nicht ab. Im Gegenteil.

Beachtenswert Frank-Walters Höhepunkt seiner Predigt an die Nation. Er hat an Politiker und Bürger in Deutschland appelliert, gegen Extremismus stärker Position zu beziehen. "Wir alle haben es in der Hand, die Verächter unserer Demokratie in die Schranken zu weisen", meinte er beim Festakt zum 75. Jahrestag des Verfassungskonvents von Herrenchiemsee. 

Ich fürchte, Nancy Faeser und Thomas Haldenwang werden Steinmeiers Rede zum Anlass nehmen, nicht etwa zurückzutreten, sondern die Daumenschrauben beim Bürger noch fester anzuziehen, um uns vor dem Extremismus der Bürger zu bewahren, ach ..., was sag’ ich ..., um uns vor uns selber zu beschützen. Nein, es gibt wirklich nichts mehr zu lachen.

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