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Stegner verlangt Koalitionsverbot mit der AfD

Ich gebe zu, schon vor drei Jahren, als sich der politische Weltuntergang abzeichnete, stand ich des Öfteren mit meinen Espresso auf dem Balkon und gab mich dem wohligen Gedanken hin, dass es mit der CDU, den Grünen und der SPD nix mehr werden wird. Doch als ich heute Morgen den Nachrichtensender einschaltete, erschien Ralle auf dem Bildschirm.

Die Zuschauer am Bildschirm rieben sich vermutlich erwartungsfreudig die Hände, versprachen sie sich doch vom kampferprobten Gladiator Ralf Stegner niederschmetternde Beleidigungen, hämische Herabwürdigungen, schöne Pöbeleien und degoutante Bösartigkeiten gegen alles, was schwarz, gelb, grün oder blau ist. Bedauerlicherweise beschränkte sich Ralle gestern mit seinen Vernichtungsfantasien ausschließlich auf die AfD.

In der Rangreihe der unbeliebtesten SPD-Politiker ringt Ralle Stegner seit geraumer Zeit mit Saskia Esken, Karl Lauterbach und Nancy Faeser um einen der Spitzenplätze. Zugegeben, es ist ein zäher Kampf, genauer gesagt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. In gewisser Weise darf man dem Mann aus dem Norden dennoch Respekt zollen. Man muss schon sehr abgehärtet sein, um trotz einer genetisch bedingten Übellaunigkeit dauerhaft in der Öffentlichkeit zu überleben. Seit 20 Jahren zeigt er ein enormes Standvermögen und vermag es nahezu immer, das Publikum erfolgreich abzuschrecken, zumindest aber in Atem zu halten, sobald er vom Leder zieht.

Stegner, sozusagen ein reinrassiger SPD-Primat, ist einer von fünf schleswig-holsteinischen Abgeordneten, die einen AfD-Verbotsantrag eingebracht haben und einfach nicht locker lassen. Das berichtet auch „T-Online“. Er kann sich nicht damit abfinden, dass von 12 Millionen Demokraten demokratisch gewählte vermeintliche Demokratie-Feinde im Parlament sitzen und dank ungebremster Wähler-Osmose blaue Demokratiefreunde immer zahlreicher werden. Der geneigte Leser darf sich gerne diesen Satz auf der Zunge zergehen lassen.

Zum besseren Verständnis: Ralf gehört zu jenen humorlosen Zeitgenossen, die immer wieder aus dem Hinterhalt und zumeist grundlos pöbeln. Dieses Mal in das gerade stattfindende Koalitionsgemetzel hinein. Hier geht es um sensible Themen, denn seiner Meinung nach hat Friedrich Merz während seines Stimmenfangs vorsätzlich und voller Heimtücke verfassungswidrige AfD-Positionen bezogen. Zu Stegners klammheimlicher Freude jedoch, wird dem Möchtegernkanzler von seinen Genossen gerade das Fell über die Ohren gezogen. Die Zurückweisung an den Grenzen und die Abschiebung krimineller Migranten in ferne Länder, dorthin, wo der Pfeffer seit Jahrhunderten wächst, ist für ihn natürlich keine Option. Auch deshalb muss die AfD weg und während er dies klipp und klar fordert, schwingt in seinem Vertreibungsgedanken die CDU und Merz gleich mit.

Nun ja, wird der rote unreflektierte Gutmensch und der weltfremde Grüngenosse einwenden: Wenn‘s nicht anders geht, bleibt Ralf keine andere Wahl, den „rechtsradikalen Nazis“ mit undemokratischen Mitteln und aktivem Beistand des Bundesverfassungsgerichtes den Teppich unserer Rechtsstaatlichkeit unterm Gesäß wegzuziehen. Das ist immerhin sein undemokratisches aber legitimes Recht. Zum Glück hat der Terminator aus dem Norden nur noch wenige mächtige Weggefährten, zumal er sein Direktmandat in Pinneberg erneut verloren und das schlechteste Wahlergebnis eingefahren hat.

Ralle, der Sympathie-Vermeider, gilt schon seit Jahren unbestrittenermaßen als todsicherer Serienverlierer bei den Landtagswahlen in der schleswig-holsteinischen SPD. Deshalb hat der SPD-Vorstand dem Genossen aus dem Norden schon mehrfach den roten Verdienstorden für negative Polemik und parteischädigende Wahlhilfe verliehen. Ein ähnliches Prädikat darf sich die Genossin Esken ans Revers heften. Sie sei der Wählerschreck schlechthin und käme physiognomisch nicht gut an, so heißt es intern. Die beiden Genossen ticken übrigens auch gleich. Ihre sozialistischen Demokratie-Wiederherstellungs-Fantasien dürften sich jedoch in Bälde im rasch ausbreitenden Dunst blauen Gedankenguts auflösen.

Trotz Ralles miserablen Rufs als geborene Spaßbremse taucht er dennoch immer wieder aus der Diaspora der Verschmähten auf wie der böse Kai aus der Kiste. Seit gestern tönt er wieder, dieser humorbefreite Unglücksfall aus den Reihen der SPD. Ralf Stegner schien gestern den unwiderstehlichen Impuls verspürt zu haben, dem deutschen Wahlvolk den unwiderlegbaren Beweis zu erbringen, dass er als gebenedeites SPD-Urgestein mit Wählern und demokratischen Wahlen auf dem Kriegsfuß steht, wenn das falsche Ergebnis herauskommt. 

Natürlich ist ihm nicht entgangen, dass die AfD in der Wählerzustimmung mittlerweile bundesweit auf nahezu 25 Prozent angewachsen ist und es mit dem vorhandenen politischen Personal in der SPD und CDU nur noch eine Frage der Zeit sein dürfte, bis die beiden sogenannten Volksparteien zu Minderheitsvereinen zusammengeschrumpft sein werden. Ein Grund mehr, das rechte "Gesindel" ein für alle mal loszuwerden.

"Wir wissen besser als jede andere Partei, wie das ist, wenn Demokratiefeinde was zu melden haben", ließ er gestern die Journalistin im ZDF wissen, um es noch einmal im warnenden Duktus hervorzuheben. Seiner Meinung nach müssen die AfD mitsamt ihren 12 Millionen Wählern, notfalls auch mithilfe einer macht- und hilflosen Kanzlerlusche, neutralisiert werden, – wie man das Ausschalten potenzieller Gefährder in amerikanischen Polizeikreisen nennt.

Der politikgebeutelte Fernsehzuschauer weiß:  Ralle hat hohen Unterhaltungswert, wenn er spricht. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und kennt keine Diffamierungshemmungen, besonders, wenn es um die AfD geht. Stegner, wie üblich mit angewiderter Miene, vermeidet mit seinen polemischen Rundum-Vorstößen jedes Erbarmen. Darauf kann sich der Zuschauer am Bildschirm verlassen. 

„Alexander Gauland nutze eine lupenreine Nazi-Sprache," so stellt er fest. "Alice Weidel habe Reichsbürger-Ideologie und Björn Höcke sei kein Pförtner, sondern ein radikales Führungssubjekt. Wer so einen Kerl in der Partei duldet, akzeptiert auch seine Ideologie.“ Nun ja, SPD-Genossen müssen auch Stegner ertragen. So hat jede Partei eben sein Päckchen zu tragen. Nur sind es bei der SPD gleich ganze Paketladungen, die jede Erträglichkeit ausschließen. 

                                           

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Kommentare

  1. …dieser humorbefreite Unglücksfall aus den Reihen der SPD… Danke dafür!!!

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