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Die neue Kompetenz der Politik – Mehr Schein als Sein

Im Zeitalter verhunzter Semantik, sinnverfälschender Fakten und infamer Paronomasie, muss der Bürger politische Botschaften völlig neu einordnen. Der Grund liegt nicht nur in der Tatsache, dass unsere Politik-Simulanten ihre ganze Kraft für das Vertuschen ihrer Unfähigkeit einsetzen. 

Olaf bei der Arbeit

Mit perfekt inzenierten Foto-Sessions kaschieren die Miemen ihre ausgeprägten Versagerqualitäten und unterentwickelte Hirnmasse, sie substituieren Fachwissen mit schönen Fotos und ersetzen ihre scheinbar vorhandene Expertise mit leidlich gekonnter Schauspielerei. Da wird geschminkt, gepudert und gecremt, es werden hässliche Pickel, unschöne Akne entfernt, die Falten und Krähenfüße retuschiert, und so lange die Augenbrauen gestutzt, bis der Delinquent um mindestens 50 Prozent sympathischer und 120 Prozent klüger wirkt als er in Wirklichkeit ist.

Nicht von ungefähr haben in den Ministerien die Kosten für Visagisten, Coiffeure, Fotografen, Garderobieren und alimentierte Lohnschreiber in regierungsaffinen Printmedien atemberaubende Dimensionen angenommen. Bringen wir es doch einmal auf die einfache Ebene. Menschen, die über Hirn, Selbstbewusstsein, Bildung und solide Fähigkeiten verfügen, gehen wie unsereiner morgens ins Badezimmer, putzen sich die Zähne, duschen und kämmen sich, benutzen im Anschluss ein Deo und fertig ist die Laube. Sodann machen sie sich reflektiert, souverän und sachkundig an ihre Arbeit und denken keineswegs darüber nach, ob sie bei der Erledigung oder Problembewältigung beim Publikum auch „gut rüberkommen“.

So wenig, wie sich ein begnadeter Chirurg vor der Herzoperation von einem Visagisten optisch auf Hochglanz bringen lässt und er für das Kamerateam sein Skalpell mit einem entschlossenem Posing am Brustkorb seines sedierten Patienten ansetzt, so wenig wird er dabei in 5 Mikrofone kommentieren: „Der vor mir liegende Herr Lehman hat trotz fortgeschrittenen Dachschadens Anspruch auf die beste, ärztliche Versorgung.“ Film-Cut…, die Sache ist im Kasten, der Patient darf sich wieder vom Operationstisch erheben und wird nach Zahlung der Aufwandspauschle wieder nachhause geschickt.

wissenschaftliches Teamwork

Nein, die Menschen sind misstrauisch geworden. Sie glauben den Bildern und leeren Floskeln nicht mehr. Olaf, unser Chefchirurg mit Aktentasche, und ausgestattet mit dem Gemüt eines komatösen Faultiers, hat die anstehende Operation Deutschland in Wahrheit gründlich verschlafen - ach, was sag ich..., - versaut... Bei ihm stehen die Patienten nicht mehr Schlange, im Gegenteil, sie fliehen in Scharen aus den SPD-Wartezimmern. Genauer gesagt, die Genossen schmieren laut den Demoskopen in Allensbach auf ein historisches Tief ab und verkrümeln sich. Schlimmer noch, der miese Ruf des „politischen Krankenhauspersonals“ braust wie Donnerhall durch die Kanzlergänge und Ministerien.  

Anstatt fürs Volk zu arbeiten, planen, organisieren und koordinieren hoch bezahlte Staatssekretäre und deren Mitarbeiterstäbe ganze Kompanien von Fotografen, PR-Agenturen, Werbespezialisten, Hairstylisten und Kosmetikerinnen, um ihre Minister und sogar trampolinhüpfende Ministerinnen ins rechte Bild zu rücken. Es werden hochwassergefährdete Atolle in der Südsee besucht, es wird Rad gefahren, gewandert, Berge erklommen und vor leicht brennbaren E-Autos posiert, was das Zeug hält. Die Botschaft: Sieh her, du Untertan…! Niemand setzt sich aktiver und engagierter für dich ein als „deine Partei“ oder „dein Politiker“.

Radfahren für die Demokratie

Unsere Eliten stehen – zum Wohle des Volkes – versteht sich, mit Bundeswehruniformen vor Panzern, im perfekten Outfit in Bäckereibetrieben vor Teigmaschinen und Rührwerken oder wahlweise im Hochgebirge mit Wanderstock und Tirolerhut vor einer misstrauischen Gämse. Hier und da wird eine Kuh gestreichelt oder einem Stallhasen eine Gelberübe gereicht.

Cem beim Brezelbacken

Wenig später können wir die gleichen Nasen auf einer Großbaustelle vor einem Raupenschlepper oder im Chemiewerk von Bayer Leverkusen im keimfreien Labor während eines fachkundigen Gespräches bewundern. Gleich nach ihrem Auftritt geben die Simulanten die Arbeitshosen, Schutzmasken, Bauhelme und passende Berufs-Accessoires in der Kleiderkammer ab und schlüpfen wieder zurück in die Rolle dröger und überflüssiger Amtsträger, dort allerdings ohne Fortune und ohne Tatkraft.

Oberleutnant Cem bei der Panzerreinigung

„Storytelling“ steht bei den Polit-Protagonisten hoch im Kurs, zumal sich damit evolutionär bedinge Mangelerscheinungen im Oberstübchen kaschieren lassen. Es ist eigentlich eine erfolgreiche Methode für lernunwillige Kiddies, bei der durch maximalen Einsatz von Geschichten Informationen vermittelt werden. Meist auf Kindergarten-Niveau, damit auch der Schlichteste Bürger begreift, wie tatkräftig doch unsere Märchenerzähler sind. Nun ja, wir haben ja auch deshalb einen Profi im Wirtschaftsministerium, dem ein Konkurs so fremd ist wie das Brezelbacken für den Cem.

Robert bei der Gasversorgung fürs Volk

Und stets stehen unseren aufpolierten Hampelmännern oder -frauen ein paar hochtrabende Experten zur Seite, die uns wortreich die anstehenden politischen Vorhaben, Visionen, Ideen oder auch Planungen in grammatisch-suggestiven Realitätsformen des politischen "Hochadels" erklären. Der Regierungsanspruch mit höchster Priorität heißt: Die beschissene Situation der Untertanen als Fortschritt und als Perspektive unseres kollektiven Absturzes als gesellschaftliche Herausforderung zu verkaufen.

Und sollten alle Stricke reißen und die politisch aufgemotzen Botschaften nicht zur Anbetung unserer geistigen Überväter und -mütter führen, werden eben Gesetze, Verfügungen, Verordnungen oder Verpflichtungen mit Strafandrohung oder öffentlicher Verunglimpfung ins Leben gerufen. Ja, selbst Ricarda sorgt sich um ihr Elfen-Image und geht gerichtlich gegen Menschen vor, die sie öffentlich für dick halten.

Selbst der Minister für Gesundheit und Pflege Klaus Holetschek lässt sich trotz der sommerlichen Eiseskälte dees 8. Augusts in Straubing vor einem plätschernden Brunnen nebst einem neu installierten Wasserspenders für die Bevölkerung  publikumswirksam unter dem Motto ablichten: "Nie wieder Hitze in Deutschland". Selbstredend erläutert er den zufällig anwesenden Journalisten sein neues Hitzeschutz-Modellprojekt "HitziG" als präventive Maßnahme, Es gilt, dem gefährlichen Sonnenstich bereits schon bei 13 Grad Außentemperatur den Kampf anzusagen. Das Publikum jedoch war wegen der frischen Temperaturen zuhause geblieben.

Holetschek und das neue Hitzeschutzschild

Man könnte den Tross prestigewütiger Politclowns, die uns Bürger seit Jahren in nahezu allen wichtigen Themenbereichen mithilfe gut bezahlter Pseudo-Experten hinter die Fichte führen, auch als Fachkräfte für Schall und Rauch bezeichnen. Auffallend ist: Je mehr unsere derzeitigen Regierungsmitglieder in der Gunst ihrer Wähler verlieren, desto größer und teurer der Aufwand an werbewirksamen PR-Shows. Mittlerweile belasten Hunderte Millionen Euro die Haushaltskassen für völlig hirnrissige, zuweilen auch peinliche Veranstaltungen. In keiner Berufsgattung verlaufen die Grenzen zwischen Halluzination, Wahnvorstellung, Realitätsverweigerung und Irrtum so fließend wie bei unseren derzeitigen Staatsvertretern.

Nancy in Schutzweste im Polizei-Einsatz

Die Regierungs-Kakophonie hinterlässt inzwischen gewaltige Spuren in der Wirtschaft, in der Industrie und in der Gesellschaft. Es herrscht Panikmodus im Kanzleramt. Die Erklärungsnöte in Sachen Migration, Energie, Inflation und Kriminalität lassen sich weder mit aufwändigen Imagekampagnen und volksnahem Schmierentheater, noch mit dem logischen Erstarken der AfD übertünchen. 

Jetzt, wo es nicht mehr allein um echtes Krisenmanagement und die Rettung unserer Werte geht, sondern auch um die Ausgestaltung und Umsetzung von Ankündigungen, kommt die Koalition massiv ins Straucheln. Es ist in der Tat zum Mäusemelken, dass Deutschland offensichtlich nicht von einer Regierung, sondern von einer drittklassigen Schauspielertruppe repräsentiert wird.

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