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Was hat Julius Caesar mit Hubert Aiwanger zu tun?

Omnis ruditas in quadam infirmitate posita est.” Ich erlaube mir hier die freie Übersetzung, die da lautet: „Jede Schweinerei hat ihren Ursprung in der Schwäche.“ Und da den politischen Parteien kurz vor der Wahl jede Menge Felle davon schwimmen, erklären sich geradezu lehrbuchhaft Motivation, Methode und Ziel, sowie die hierfür eingesetzten Instrumente für eine niederträchtige Diffamierungskampagne.

Da gibt es einen ehemaligen Deutsch- und Lateinlehrer, der in einem niederbayerischen Kaff namens Mallersdorf seit mehr als 3 Jahrzehnten in seinem verstaubten Keller verhaltensauffällige Verfehlungen, böse Taten und jugendliche Entgleisungen seiner Schüler in korinthenkackender Akribie dokumentiert, sammelt, ordnet, katalogisiert und abheftet. 

Es gehört zu Grafs täglichem Ritual, sich in seinen einsamen Abendstunden unter der trüben Funzel seiner Kellerlampe, lustvoll wie ein pervertierter Erotomane, über die Archivalien zu beugen und dort genüsslich seine angehäuften Schätze zu sichten. Während normale Männer, je nach Neigung,  im Keller mit elektrischen Eisbahnen spielen, im Netz sich mit Pornos bei "Hamster" vergnügen, angeln gehen oder sich mit ihrer Briefmarkensammlung aus dem "Ditten Reich" beschäftigen, stöbert Franz Graf in seinen angestaubten Geheimnissen. Tief taucht er ein in seine pädagogische Vergangenheit, verliert sich dort mental in sorgsam geordnete Schandtaten der damals noch pubertierenden Pennäler, die ihn während seiner Unterrichte regelmäßig zur Weißglut brachten. "Non scholae, sed vitae discimus" trichterte er damals den Eleven ein und belegte jeden an der Schulbank festgeklebten Nasenpopel seiner Schüler mit Strafarbeiten.

Und so stößt Franz Graf, Lehrer, "Hobby-Onanist" und "Dokumenten-Masturbator" beim selbstvergessenen Erbsenzählen auf einen reichlich abgegriffenen Zettel, den er vor 35 Jahren im Rahmen seiner regelmäßigen Inspektionen der Schülerklos unter dem Pissoir gefunden hat. Das "Corpus Delicti Urinalis" stellte er nicht nur zu seinem größten Vergnügen sicher, sondern er identifizierte auf dem durchfeuchten Zettel auch noch den wahrscheinlichen Autor. „Aiwanger!“ Franz Graf klassifizierte das Pamphlet mit offenkundig dunkelbraunem Inhalt sofort als abartiges Flugblatt und unwiderlegbaren Nachweis eines vollkommen missratenen Charakters.

Graf, erklärter Humanist mit hohem denunziatorischem Potential, beispielloser Hochleistungsmoral und latentem Geltungsstreben ausgestattet, betrachtete diesen Fund als einen der beispiellosesten Glücksfälle während seiner gesamten 35-jährigen Lehrerlaufbahn. Nie war ihm etwas Abstoßenderes in die Hände gefallen. „Freiflug durch den Schornstein“ war dort zu lesen, was seiner Hamsterseele maximal-euphorische Gefühle bescherte. Überhaupt, der Text war zweifelsfrei das Highlight seines tief verwurzelten Sammeltriebes, mit dem er durch dieses Fundstück maximale Aufmerksamkeit auf sich ziehen könnte, wenn "ER" es nur richtig anstellte. „Kommt Zeit – kommt Rat“.

Und tatsächlich. Nach 35 langen Jahren durfte Franz Graf die Früchte seiner Psycho-Neurose ernten. Mehr als 20 Jahre hatte er vergeblich versucht, mit diesem verräterischen Dokument der Aiwangerschen Verfehlung politisches Kapital zu schlagen und bei der SPD in Mallersdorf einen der vorderen Listenplätze zu ergattern. 

Doch seine Versuche, das Papier mit dem Ziel unter die Leute zu bringen, sich selbst in den Vordergrund zu spielen und gleichzeitig dem unaufhaltsamen Aufstieg seines ehemaligen Schülers bei den Freien Wählern ein Ende zu bereiten, scheiterten kläglich. Bis…, ja…, bis plötzlich nach Grafs Einschätzung eine Partei mit diesem „Nazi Hubert“ an der Spitze, nicht nur seiner präferierten SPD das Fürchten lehrt, sondern auch die Grünen latent Gefahr laufen, bei der kommenden Landtagswahl abzustürzen.

Endlich, nach 35 Jahren völliger Bedeutungslosigkeit meldete sich bei dem beinahe in Vergessenheit geratenen Sammler und Archivar Franz Graf die Süddeutsche Zeitung. Irgendjemand musste sich nach vielen Jahren daran erinnert haben, dass er eine Kostbarkeit in einem seiner verstaubten Leitz-Ordner aufbewahrte, die man als politische Bombe missbrauchen könnte. Wie klein doch die Welt ist und wie sich doch die Dinge manchmal fügen! In diesem Fall nicht nur für Franz Graf, den Aktenwicht, der einer schreibenden "Schmeißfliege" aus München das „aiwangersche Kleinod“ anbot. 

Die SZ mit seinen bekanntermaßen roten "Schmierfinken" brauchte unter allen Umständen etwas Verwertbares, um Markus Söder (CSU) und Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bei den Landtagswahlen zu schaden und politisches Kapital für die SPD daraus zu schlagen. Man hätte dem Lateinlehrer zurufen sollen: "Si tacuisses, philosophus mansisses". (Hättest du die Schnauze gehalten, wärst du klüger gewesen.) Er hätte damit rechnen müssen, dass es unter den Journalisten auch einige Trüffelschweine gibt, die jedem üblen Geruch nachschnüffeln.

So publizierte der FOCUS vorgestern:

Roman Serlitzki, ein Klassenkamerad von Aiwanger: Mein Ex-Lehrer hat schon viel früher in diesem Landtagswahljahr versucht, „belastende Fakten über Hubert Aiwanger zusammenzutragen“. Im Frühjahr hat es ein Abiturienten-Jahrgangstreffen gegeben, bei dem auch Herr Graf anwesend war. Ich weiß von Teilnehmern, dass er dort mit einem alten Schwarzweiß-Klassenfoto von Aiwanger regelrecht von Tisch zu Tisch 'hausieren' gegangen ist und die Anwesenden gefragt hat, ob sich jemand an "Hubsi" erinnere.

Ab jetzt nahm die „Causa“ Mallersdorf und Aiwanger seinen Lauf. Es ist schon einigermaßen pikant, wenn man den Weg des „Flugblattes“ verkürzt darstellt. Vom Urinal eines Schülerklos über die Zeitungsredaktion der SZ auf den Schreibtisch des Ministerpräsidenten. Jedenfalls hat das Papier das „Odeur“ des Pissbeckens der Schule selbst nach 35 Jahren nicht verloren. Aber selbst die übelriechende Penetranz schert heutzutage weder einen Politiker, noch ein rotes Schmierblatt vom Schlage der Süddeutsche Zeitung. Da greift man auch schon gerne mal ins Klo, wenn‘s der politischen Sache dienlich ist. Deren Journlisten freilich bis zum Ellbogen. 

Man darf gespannt sein, wie es mit der bayerischen Sudel-Zeitung und den von jedem Ekel befreiten Protagonisten in der Politik weitergehen wird. Ich fürchte, der Schuss der sogenannten "Verdachtsberichterstattung" geht für alle Beteiligten nach hinten los. Sowohl für den Denunzianten aus Mallersdorf, wie auch für die Redaktion der SZ. Auch Söder wird Federn lassen. Denn die ganze Sache stinkt nicht nur vom Himmel. Konequenzen drohen dem Denunzianten allemal, da würde ihm auch die neue, staatliche "Denunziationsverordnung" zur Förderung längst vergessener Stasimethoden helfen. 

Denn im §14 der Lehrerdienstverordnung lesen wir folgenden Passus: 

„Die Lehrkraft hat, auch nach Beendigung des Dienstverhältnisses, über die ihr bei ihrer dienstlichen Tätigkeit bekannt gewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Spannungen und Verfehlungen zwischen Lehrkraft und Schüler innerhalb der Schule erfordern vertrauliche Behandlung. Auskünfte an Presse, Rundfunk und Fernsehen erteilt nur die Schulleiterin oder der Schulleiter oder die von ihr oder ihm beauftragte Lehrkraft.“

Nun ja, solche Verfehlungen führen zur Kürzung der Penionsansprüche. Schwamm drüber.

Die AfD darf sich derweil klammheimlich und auch berechtigterweise die Hände reiben. Denn die meisten Leute da draußen - auch in Mallersdorf -, sie haben ein feines Gespür für jene Zeitgenossen, die andere in den Dreck ziehen, um sich selbst den Nimbus aprilfrischer Integrität, Ehrlichkeit und Führungsstärke zu verleihen. 

Franz Graf allerdings wird, nachdem sein Name in allen Netzwerken kursiert, keine schönen Tage mehr in seinem Einfamilienhäuschen verleben. Wie sagte Julius Caesar einst so griffig? „Anima tuarum cogitationum colorem habet.“ Die Seele hat die Farbe der Gedanken. Und um Denunzianten schlägt man naturgemäß sehr große Bögen.

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Kommentare

  1. Geniale Beschreibung der Zustände. Danke

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  2. Das größte Schwein in Stadt und Land ist der Denunziant .Wollt ihr so ein Schwein mal sehen müßt ihr .............. gehen.

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