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Friedrich Merz: Brandmauer? Hab ich nie gesagt….!

Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. "Das Wort Brandmauer hat nie zu unserem Sprachgebrauch gehört. Das ist uns immer von außen aufgenötigt worden“, wies Friedrich Merz im Rahmen seines gestrigen Interviews mit „ntv“ kategorisch zurück. Hann’no -, wie jetzt …?, würde es einem Hard-Core-Schwaben aus Durlesbach entfahren.

Die Republik ist verwirrt. Hat nicht der Blackrock-Titan der CDU mitsamt seinen schwarzen Kumpanen seit 2021 unermüdlich das uneinnehmbare Mauerwerk hochgezogen wie einst Erich, der seinerzeit den ganzen Osten hinter „Backstein und Riegel“ eingekerkert hat? Jetzt sollen es auf einmal die anderen gewesen sein, die zum Schutz des Landes, der Bevölkerung und der Demokratie den von ihm geächteten Begriff missbräuchlich verwendet haben.

Friedrich flüchtet jäh in die Opferrolle des Missverstandenen, zumal sich nicht nur die Regierungsbildung in Thüringen und Sachsen immer nachhaltiger als gordischer Knoten erweist, sondern auch weil aufsässige Wähler in Brandenburg die AfD für die beste Wahl halten, wenn sich in ihrem Land etwas bewegen soll. Offen gestanden, die exzessive Flexibilität politischer Lebensformen hat mit dem Erstarken der AfD eine einzigartige semantische Elastizität angenommen und grenzt schon an verzweifelte Notwehr.

"Es gibt keine Koalition mit der AfD, auch keine Zusammenarbeit mit der AfD, und das Gleiche gilt für die Linkspartei." Quasi über Nacht mutierte der kategorische Imperativ des CDU-Chefs und hört sich nun so an: „Ich unterstützte die Idee des Ministerpräsidenten Kretschmer, an der Lösung zu arbeiten“, stellt aber seine Partei zugleich als willenlose Organisation dar, die vom Wahlvolk argwöhnisch beobachtet wird. Denn der düpierte Wähler rätselt, was die Herrschaften mit ihren Stimmen, ergo auch mit Wünschen, Erwartungen, Bedürfnissen und Forderungen anstellen werden.

Während "Friedrich der Große" seine Neigung zum Metabolismus immer deutlicher zu erkennen gibt, läuft er allmählich dabei in Gefahr, immer unglaubwürdiger zu werden. Denn im Dezember 2021 hat er in einem SPIEGEL-Interview unmissverständlich erklärt - ZITAT: "Mit mir wird es eine Brandmauer zur AfD geben. Die Landesverbände, vor allem im Osten, bekommen von uns eine glasklare Ansage: Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten, dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an."

Ah, ja…! Dann hätten wir das wenigstens schon mal geklärt, was zumindest die Frage aufwirft: Wie solls dann weitergehen mit der CDU? Mit Marx, Engels, Lenin und Wagenknecht? Halten wir noch einmal fest. "Brandmauer" will er nicht gesagt haben. Nicht einmal gedacht. Trotzdem will er jeden Verdacht im Keim ersticken, dass er und seine Parteikomplizen mit dem „rechtsextremen Schmuddelkind“ jemals kungeln könnte, würde, müsste ...,  auch wenn er mit „erheblichem Unbehagen“ nach Thüringen und Sachsen blickt und beobachtet, was dort so alles diskutiert wird.

Just zum falschen Zeitpunkt bringt die neueste Forsa-Umfrage den Hardliner Friedrich weiter in die Bredouille. 68 Prozent der CDU-Mitglieder im Osten halten eine Zusammenarbeit mit der AfD von Fall zu Fall für möglich. Was macht die CDU-Eminenz, wenn Brandenburg „fällt“, weil die Bürger mehr und mehr von den Tricksereien, fragwürdigen Manövern, Winkelzügen und krummen Touren mehr als genug haben und in Scharen bei der AfD landen?

Der verbissene Kampf um die Brandmauer ist eröffnet, das kann man mit Fug und Recht feststellen. Nicht nur Merz, auch Scholz, Faeser, Habeck und Lindner sind mindestens so angeschlagen wie Selenskyj an der Russenfront. Die Grabenkämpfe um die Macht sind in vollem Gang und haben sich zum Zweifrontenkrieg entwickelt. Die Oppositionsfront und die Bürgerfront. Das Wahlvolk fühlt sich hintergangen und rüstet massiv auf. Es wird für die grünen, roten und schwarzen Warlords zur unkalkulierbaren Gefahr, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Wahl-Nepotismus in Thüringen und Sachsen bei den Bürgern eine Art mafiöse Sehnsucht nach Vendetta hervorruft. Jeder weiß es doch - einen Zweifrontenkrieg kann man niemals gewinnen.

Trotz, Verzweiflung, Angst und Ratlosigkeit auf der einen Seite, markige Ultimaten, großspurige Ankündigungen und Lösungsvorschläge auf der anderen. Und mittendrin eine wuchernde eitrige Wunde, die sich munter weiter ausbreitet, weil sich jeder der Parteien weigert, sie zu behandeln. Aber es hilft nichts, ein Arzt muss die "Entzündung" behandeln, sonst kann das für alle übel enden. Und während die Messer-Inzidenz in unseren Städten, Zügen und Großveranstaltungen unaufhörlich steigt, mittlerweile sogar die Kugeln den Bürgern um die Ohren fliegen, ist Laschets Verlautbarung zur AfD: "Wir reden nicht miteinander" einfach nur eine von Blindheit geschlagene Arroganz. Es beißt die Maus den Faden nicht ab, man muss mit der weiter erstarkenden AfD klarkommen, ob man will oder nicht.

Die Verteidigungsstellungen wanken, denn immer mehr Parteikollegen zeigen Tendenzen zur Fahnenflucht. Verliert die CDU in Brandenburg, wird es jede Menge Überläufer geben. Dann ist nicht nur die CDU und Merz geliefert. Dann zerbröselt auch der kümmerliche Widerstand der Koalitionäre. Lindner mit seiner FDP ist nicht einmal eine Erwähnung wert, Olaf kann seine Aktentasche packen und die Grünen? Nun ja, wir sind schließlich ein Sozialstaat.

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Kommentare

  1. Der Antike Marcus Tullius Cicero geißelte Politiker, die fremden Interessen gegenüber Volksinteressen den Vorzug geben, sehr scharf wie folgt :
    «Eine Nation kann ihre Narren überleben und sogar ihre ehrgeizigsten Bürger. Aber sie kann nicht den Verrat von innen überleben. Der Verräter spricht in vertrauter Sprache, er hat ein vertrautes Gesicht, er benutzt vertraute Argumente, er arbeitet darauf hin, dass die Seele einer Nation verfault. Er treibt sein Unwesen heimlich bis die Säulen der Nation untergraben sind. Er infiziert den politischen Körper der Nation, bis dieser seine Abwehrkräfte verloren
    hat. Fürchtet nicht so sehr den Mörder. Fürchtet den Verräter. Er ist die wahre Pest!

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