Nachdem die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz hinter uns liegen, dürfen die Wähler jetzt den bejammernswerten Überlebenskampf der Protagonisten beobachten, die zwar inkompetent, aber beherzt das Land retten wollen. Ich will ja nicht unken, aber das dramatische Ringen des dicken Lars und unserer pausbäckigen Bärbel erinnern mich stark an das Schicksal des armen Buckelwals am Timmendorfer Strand, der seit Tagen auf einer Sandbank feststeckt.
Die Rettungskräfte, - genauer gesagt – einige wenige SPD-Vasallen stehen angesichts des sich abzeichnenden Dramas mehr oder weniger ratlos und völlig konsterniert am Ufer. Leider fehlen Ideen und hilfreiche Lösungsansätze für eine erfolgversprechende Rettungsaktion. Nicht nur für die Hardcore-Genossen stellt sich die Frage, wie man den beiden wohlgenährten Schwergewichten neue Lebensimpulse verleihen könnte, damit sie sich selbst aus ihrer hoffnungslosen Lage befreien.
Auch die Wähler sind verunsichert und haben jeden Glauben an ihre Partei verloren. Ich aber sage: Lasset alle Hoffnung fahren, zumal sich in den feisten Mienen der "politischen Kolosse", die sich orientierungslos "verschwommen“ haben und nun in ihren eigenen sozialistischen Untiefen gestrandet sind, nur noch wenig Zuversicht zeigt. Da "schwammen" zwei rote Buckelwale mit weich gezeichnetem Gewichtsverlust, sowie ein Stichling mit ordentlichem Seitenscheitel, jedoch allesamt mit Talent, Erfahrung und Kontinuität ausgestattet, einfach mal drauf los - so stand es wenigstens auf den Wahlplakaten -, und nun?
Ich wills mal so sagen: Bei dem Buckelwahl in Timmendorf könnte man die Entscheidung schnell treffen und ihn von der Qual des endlosen Ablebens mit einem erlösenden Gnadenstoß beenden. Bei SPD-Politikern schließt sich diese menschliche Option bedauerlicherweise aus, auch deshalb, weil Bärbel und Lars noch einmal unter Aufbäumen ihrer letzten Kräfte erklärt haben, keinesfalls aufgeben wollen. Schön und gut, dass die zwei es noch einmal versuchen wollen – aber was will‘ste machen? Die zwei sind eben, wie sie sind.
Ich will es einmal so formulieren. Begegnen wir Menschen und blicken ihnen in die Gesichter, so erkennen wir sofort den wachen und aufmerksamen Geist, schauen vielleicht in interessierte, neugierige und intelligente Augen, blicken in Physiognomien mit positiver Ausstrahlung, mitreißender Präsenz und Strahlkraft, dann können sie uns beflügeln und möglicherweise sogar neue Perspektiven erkennen. Und dann gibt es jene, denen die Gewöhnlichkeit, die in sich ruhende Dumpfheit und intellektuelle Schlichtheit buchstäblich ins Gesicht geschrieben steht. Bei denen kommt uns nur ein Gedanke in den Sinn. "Wann werden wir sie endlich los."
Was erkennen wir also, wenn wir die SPD-Pausbacke Bärbel oder den verschlagen dreinblickenden Lars studieren oder ihnen darüber hinaus zuhören müssen? Ich möchte das an dieser Stelle nicht weiter
vertiefen, nur so viel: In schlaffen Körpern wohnt selten ein reger Geist und noch seltener eine charismatische Persönlichkeit. Letztere sind Zeitgenossen, in deren Vokabular ganz sicher nicht der Begriff "Bullshit" vorkommt. Man möchte den beiden, wenn sie denn vor einem Mikrofon stehen, spontan zurufen: Si tacuisses, philosophus mansisses. Mögen sie auf der Sandbank steckenbleiben.
Schon die alten Römer bedienten sich bei intellektuell vollkommen hoffnungslosen Fällen eines geflügelten Wortes: „Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas.“ Wir finden die freie Übersetzung häufig in Arbeitnehmerzeugnissen bei beruflichen Total-Versagern, in denen es ein wenig unverfänglicher heißt: "Er" oder "sie" haben sich stets bemüht. Nichtsdestoweniger möchte ich meinen Lesern doch noch ein wenig Hoffnung machen, denn zwei unerschrockene Gestalter und Leistungsträger liegen bereits als Nachfolger auf der Lauer.
Saskia Esken und Ralf Stegner, Sympathieträger, Urgesteine und Garanten für die Fortsetzung des koordinierten Zerfalls der SPD. Sie, die letzten verbliebenen Reservekräfte erfreuen sich seit Jahren des Rufes, erbarmungslos sozialistische Gestalter einer noch zu enteignenden Gesellschaft zu sein. Insbesondere Saskia gilt als politische Heimsuchung, mit der jederzeit zu rechnen ist. Sicher ist, Saskia wittert Morgenluft und wird den desolaten Zustand der SPD als Hoffnung und als Chance begreifen. Man muss dem Buckelwal lediglich besser erklären, wie er wieder heil aus der Sandbank kommt.
Dass
Saskia durchaus eine echte Alternative für den berufslosen Lars oder Bärbel mit Sekretariatserfahrung sein kann, zeigt
ihre makellose Karriere, die ihr jetzt, nachdem die SPD unterzugehen droht, den
letzten, großen Schritt erleichtern dürfte. Ihre berufliche Entwicklung
kann sich sehen lassen. Esken tourte nach dem zügigen Abbruch ihres Studiums
als Straßenmusikerin mit der Gitarre durch Süddeutschland, schlief im Auto,
kellnerte in Kneipen und lieferte Pakete aus. Ein Job als Chauffeurin und
Schreibkraft an der Uni Stuttgart gab ihr das Rüstzeug für ihre berufliche
Fundierung, die sie im Anschluss als Produktionshelferin komplettierte.
Daher
ist es keine Überraschung, wenn sich Saskia nunmehr an Aufgaben
heranwagt, bei dem jeder vernünftige Mensch mit einer einigermaßen kritischen
Selbsteinschätzung entsetzt zurückschrecken würde. Aber was sag' ich ...! Wir alle haben miterleben müssen, was selbst einer gestandenen Trampolinspringerin
wie unsere Fleisch gewordene Sprachfehler*in Annalena oder dem Heizungsphilosophen und Luftgebläse-Experten Robert
widerfahren ist, wenn man sich an Herausforderungen heranwagt, für die man einfach
nicht geboren ist. Doch zurück zu Saskia und ihren Ambitionen.
Die Wähler und Bürger dürfen davon ausgehen, sollten sich Saskia und Pöbel-Ralle als die Königsmörder aus der Deckung wagen und das rote Zepter übernehmen, dass sie weder ein Interesse daran haben, einen Buckelwal in Timmendorf, noch die konkurrierenden „Parteifreunde" Bärbel und Lars aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Die Doppel-Speerspitze der Sozies sind, das darf man neidlos anerkennen, die Inkarnation des Hinterhalts. Und überhaupt, - wir Wähler können uns darauf verlassen, dass Lars und Bärbel das gleiche, traditionelle Schicksal widerfahren wird, wie Scholz, Schulz oder seinerzeit Cäsar, der von Brutus aus dem Weg geräumt wurde.
Verlassen wir die Welt der Metaphern und befleißigen uns des Klartextes. In der Partei und insbesondere in den Reihen der scheinheiligen Retter kursieren massive Rücktrittsforderungen. Die Formulierungen der in Frage kommenden Nachfolger sind den Wählern geläufig. Anke Rehlinger und Boris Pistorius haben uns bereits wissen lassen, dass sie „hinter Bärbel und Lars stehen“, was so viel heißt: Die beiden gestrandeten Parteiführer stecken bis zum Hals in der Timmendorfer Sandbank und dürfen nicht auf Rettung hoffen. Wir dürfen gespannt, wie lange sich ihr hoffnungsloser Befreiungskampf noch hinziehen wird.
Nur
eines kann der herkömmliche Bürger und Wähler noch nicht einschätzen. Wie wird sich
unser regierender Worthülsen-Fetischist im Endkampf der SPD-Parteiführer verhalten,
da der Todfeind, die AfD, drauf und dran ist, den Regierungsparteien das Wasser
abzugraben. Meine Prognose: Noch zwei oder drei Wahlen im Osten, und der
Timmendorfer Strand ist trockengelegt.
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