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Tragödie vor dem Fernseher

Zu einer Tragödie kam es am Sonntag in Osnabrück. Der 36jährige Elektrotechniker Walter P. sah sich versehentlich eine Rosamunde Pilcher Verfilmung im Abendprogramm des ZDF an. Der Mann wurde erst am nächsten Morgen von seiner Frau Dragana P. (32) aufgefunden. Sie hatte als Krankenschwester Nachtdienst. Der Ehemann wurde völlig verstört zur Beobachtung ins Allgemeine Krankenhaus eingeliefert. Die Hintergründe des Dramas liegen zur Stunde noch im Dunkeln.

„Es hat überhaupt keine Vorzeichen für den Zusammenbruch gegeben“, gibt Dragana P. zu Protokoll. Da in der Wohnung keinerlei Anzeichen für einen Kampf zu finden waren, schließt die Polizei Fremdverschulden aus. Walter P. hat sich offensichtlich beim Zappen auf der Couch im Programm geirrt und sei versehentlich auf den mitreißenden Film „Lord Erynmore und seine grausame Liebe“ von Rosamunde Pilcher gelandet. Wie die Ermittler feststellten, wies das Fernsehgerät keinen Defekt auf. Im Polizei-Labor wird jetzt überprüft, ob die Batterien der Fernbedienung leer waren.

"Wir gehen davon aus, dass es sich um einen tragischen Unfall handelte", kommentierte der Polizeisprecher Harald Pfister. Der Familienvater habe vergeblich versucht, den Kanal zu wechseln. Sowohl Ehefrau als auch Rettungskräfte bestätigen, dass sie den Mann am Vormittag mit umklammerter Fernbedienung leise wimmernd auf dem Fußboden vorgefunden haben. Die Polizei warnt schon seit langem vor Sendungen, die in Cornwall spielen.

"Wir kennen solche Unfälle bislang nur von verfilmten Werken der Autorin Uta Danella", so ein Polizeisprecher, allerdings mit weniger gravierenden Auswirkungen. "Der Mann hatte noch Glück im Unglück", führte der Ermittler weiter aus. "Er wäre nicht zu retten gewesen, würde er beim Zappen versehentlich im ZDF gelandet sein." Denn im öffentlich-rechtlichen Sender wurde zeitgleich ein Interview mit Friedrich Merz übertragen, in dem der Kanzler bei Dunja Hayali über das aktuelle Thema "Die Wachstumsperspektiven Deutschlands" Rede und Antwort stand.  

Die behandelnden Ärzte beschreiben den Zustand des 36-jährigen als kritisch, jedoch stabil. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt, um das Anschwellen der Hirnrinde auf Grund des schweren Pilcher-Traumas zu verhindern. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend, ob Walter P. jemals wieder Filme aus England schadlos konsumieren kann. Danach werde man auch wissen, ob der 36-jährige mit Folgeschäden zu rechnen habe. Auf politische Sendungen des ARD oder im ZDF und die Früh-Nachrichten im "MoMa" mit Hayali jedoch, - so viel steht jedenfalls fest, muss Walter P. in Zukunft komplett verzichten.

                                        

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