Mandy Koslowski betrieb seit Jahren eine Bar in Kreuzberg, eine Kaschemme, die ihr jahrelang ein bescheidenes Auskommen sicherte. Bis zu jenem Abend, der ihr ganzes Leben ändern sollte.
Der Moderator des ZDF erklärte
in den Abendnachrichten, dass die Börse floriere und Schuldverschreibungen sowie
Staatsanleihen ein einträgliches Geschäft seien. Selbst Lars Klinbeil, unser
begnadeter Finanzminister wurde nicht müde, das erfolgreiche „Deutschlandmodell“
klugen Investierens mit integrierter sozialer Komponente zu empfehlen.
Mandy Koslowski, nicht nur
dunkelhaarig, sondern auch clever, beschloss sich ein gutes Beispiel am
Geschehen der Finanz- und Bankenwelt zu nehmen, und Klingbeils Rat aufzugreifen. Kurz entschlossen handelte sie! Sämtliche Getränke wurden sofort nur noch auf den Deckel geschrieben
und kreditiert. Das Invest-Modell Deutschland der SPD mit integriertem soziale Bestandteil war geboren, - durchaus vergleichbar mit der veralteten Riester-Idee, - nur eben mit Promille.
Kein Wunder, dass sich in
Kreuzberg Mandys neues Konzept wie ein Lauffeuer herumsprach. Und nur wenige
Tage später drängten sich nahezu alle Hartz IV-Empfänger aus Berlin, Potsdam, Leipzig
und dem weiteren Umland in Mandys Bar. Jetzt erwies sich Mandy Engagement als
weitsichtig und sie zeigte, was in ihr steckte. Sie erhöhte sukzessive Preise und Zinsen
auf die zurückliegenden, noch offenen Getränkerechnungen und weitete ihren Umsatz massiv aus. Nur
wenige Monate später konnte sie den Berliner Sportpalast anmieten und zahlreiche Kellner einstellen. So wurde sie auch dem dem Andrang.
Dem jungen und dynamischen
Kundenberater der lokalen Bank blieb Mandys unglaublicher Erfolg nicht
verborgen! Er lud sie zu einem Gespräch in die Zentrale ein und bot ihr zur
Liquiditätssicherung eine nahezu unbegrenzte Kreditlinie an. Um die Sicherheiten
machte sich das Bankhaus keine Sorgen, zumal die geschäftstüchtige Dame die Bierdeckel
als Deckung der Kredite an die Bank abtrat.
Jener aufstrebende Jungbanker
gab seinem Kollegen in der Investmentabteilung einen heißen Tipp. Ein neuer
Stern am Wirtschafts-Firmament Berlins sei aufgegangen, teilte er ihm hinter
vorgehaltener Hand mit. SPD und Mandy waren schlagartig in aller Munde. Dankbar nahm man im noblen Geldhaus die vertrauliche Information auf und
entschied auf einer eilig einberufenen Sitzung der UNI-INVEST AG, aus dem
aufstrebenden Unternehmen in Kreuzberg eine Perle der Finanzwelt zu machen.
Ein
Bierdeckel-Derivate-Konzept, mit staatlich-sozialistischer Förderung, versteht sich, wurde in aller Eile entwickelt, dessen Refinanzierung durch
verbriefte Schuldverschreibungen abgesichert wurde. Fortan boten die
hochqualifizierten Jungmanager die Neukreationen mit den Bezeichnungen
SAUFBOND®, ALKOBOND® und KOTZBOND® ihren
Kunden als todsichere Investition an. Gesoffen wird immer, behaupteten sie und sie lagen nicht verkehrt.
Mit Hochdruck widmeten sich bundesweit noble Geldhäuser den verheißungsvollen Anlagemöglichkeiten und vertrieben sie
bei ihrer Kundschaft unter der Bezeichnung CFD Supermandy. Auf Anfrage bei der
SAFIN, wurde den Rating-Agenturen versichert, die Papiere seien eine risikolose
Anlageform, zumal sie mit der von Friedrich Merz initiierte Kooperation einer usbekischen-ukrainischen Online-Versicherungsgruppe, mit Sitz
auf den Cayman-Islands, abgesichert würde.
Daraufhin wurden sie von den
ersten Rating-Agenturen, - gegen lebenslanges Freibier in Mandys Bar – versteht
sich-, mit ausgezeichneten Bewertungen versehen. Selbstredend interessierte es
niemand, was es mit den Abkürzungen dieser Produkte auf sich hatte oder was
genau diese Papiere beinhalten, aber dank Klingbeils Empfehlungen und einer von Saskia Esken und Bärbel Bas geförderten Werbekampagne stiegen die Kurse dramatisch, warfen hohe Renditen ab. Die mit unserem "Sondervermögen" gestützen Derivate entwickelten sich zum echten Renner für institutionelle Investoren. Jetzt will man auch die Kranken- und Rentenversicherungen nach dem pfiffigen Erfolgs-Modell nicht nur reanimieren sondern auch nachhaltig sanieren. Doch zurück zu Mandys kometenhaften Aufstieg.
Vorstände und
Investmentspezialisten der Bank erhielten Boni im dreistelligen
Millionenbereich, während sich SPD-Politiker aus Gründen des Anstands mit moderaten Provisionen zufrieden gaben. Vor drei Monaten, stellte ein Risk-Manager (der inzwischen
wegen seiner negativen Grundeinstellung entlassen wurde) fest, dass es an der
Zeit sei, die ältesten Deckel von Mandys Kunden langsam fällig zu stellen. Es wird den Normalbürger nicht überraschen, doch für Klingbeil, Esken und Bas konnten die Forderungen der fröhlichen Zecher unerwarteteweise nicht
realisiert werden.
So sehr man die Penner, Sozial-Looser
und Habenichtse auch bedrängte, von Tilgung der Kredite war nicht die Rede. Nun
schlug Mandys Stunde. Sie meldete Konkurs an, verlies Deutschland in Richtung
Karibik, wo sie dem Vernehmen nach über ein gut gefülltes Konto verfügte. CDF-Super-Mandy-Anleihen
verloren währenddessen 95%, nur KOTZBOND® hielt sich besser und stabilisierte
sich dank erheblichen Stützungskäufen seitens der Regierung bei einem Kurswert
von 20%.
Lieferanten hatten Mandy auf Drängen der Regierung extrem lange Zahlungsfristen gewährt und zudem selbst in die CDF‘s investiert. Nun
standen sie blank da. Wein-, Bier- und Schnapslieferanten schlossen sich zu
einem Konsortium zusammen und übernahmen Mandys Bar für den symbolischen Betrag
von einem Euro. Saufen wurde als „systemrelevant“ eingestuft, zumal man
Börsengeschäfte nüchtern ohnehin kaum ertragen kann.
Dank massiver staatlicher
Zuschüsse wurde das Konsortium von einer ausländischen Investorengruppe
übernommen -, die Investmentbank mittels Steuergelder vor dem Ruin gerettet.
Der Bankvorstand verzichtet dankenswerter Weise für das abgelaufene
Geschäftsjahr auf den Bonus. Es bleibt im Dunkeln, ob jene Investmentbanker
nach dem Genuss permanenten Freibiers in Mandys Bar inzwischen wieder
ausgenüchtert sind.
Nun ja, das Geld ist ja nicht weg - es ist nur woanders.
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