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Erdogan im Feindesland

Dass Recep Tayyip Erdogan und seine Frau Emine in Deutschland protokollgemäß – also mit großem Besteck empfangen wurde, heißt auch, dass er sich in seiner Großmannssucht und seiner Eitelkeit bestätigt sehen dürfte. Ihm wurden alle militärischen Ehren, Staatsbankett und Empfang im Schloss Bellevue beim Bundespräsidenten zuteil, doch genau das dürfte bei deutschen Bürgern überwiegend auf massives Missfallen getroffen sein. 


Kaum jemand in der Republik hat für dieses Treffen Verständnis, zumal der Sultan aus dem Morgenland die größte türkische Moschee auf deutschem Boden in Köln eröffnen will. Doch zum Ausgleich scheinen sich deutsche Spitzenpolitiker in ihrem manischen Devotismus und unterwürfiger Speichelleckerei zu ergehen, um den Staatsbesuch für den Herrscher seiner islamischen Brüder so weichgespült wie möglich zu gestalten. Das ganze Brimborium mitsamt dem roten Teppich rund um den Besuch löst Brechreiz aus. Die AfD wird es Merkel danken.

Für den Besuch Erdogans in Köln gilt nach Angaben der Polizei die höchste Sicherheitsstufe. Über 3.000 Polizisten sollen nach Polizeiangaben für die Sicherheit des Staatsgastes sorgen. Nach internen Informationen sind sogar bis zu 4.000 Beamte im Einsatz. Tausende Gegendemonstranten werden in Köln erwartet. Es ist mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Selten wurde ein Staatsgast Deutschlands mit größerem Widerwillen der deutschen Bevölkerung empfangen worden, wie dieser größenwahnsinnige Despot.

Die Moschee-Eröffnung bildet den Abschluss eines heftig umstrittenen Staatsbesuchs. Erdogan regiert immer autoritärer, er lässt Journalisten und Oppositionelle einsperren, auch Deutsche. Fünf Bürger der Bundesrepublik sind derzeit noch in Haft. Die Zeremonie macht die großen Erdogan-Festspiele noch um ein Vielfaches brisanter. Denn es handelt sich nicht um irgendeine Moschee, sondern um die Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion. Der umstrittene Verband ist vor allem unter seinem Kürzel Ditib bekannt und wird vom Verfassungsschutz überwacht.

Doch darum scheinen weder die Mullahs noch die Organisatoren der DITIB nicht zu scheren, auch nicht, dass die Moschee-Eröffnung durch Erdogan in der türkischen Öffentlichkeit und unter Anhängern des Präsidenten als schiere Machtprobe gesehen wird.  Die Moscheen von DITIB bekommen ihre Imame für je fünf Jahre von der mächtigen türkischen Religionsbehörde Diyanet gestellt. Damit fließen nicht nur Gelder in Form von Gehältern, sondern auch Ideologie von der Türkei in die Moscheen in Deutschland. Bis vor kurzem wurde der Religionsverein sogar von Deutschland mitfinanziert. Die grenzenlose Naivität deutscher Politiker zeigt sich schon in der Tatsache, diesem Despoten eine Plattform in unserem Land zu bieten, die hinsichtlich der Wahlen in Bayern und Hessen schwerwiegende Folgen haben dürfte.

Eigentlich müssten, angesichts der Moschee-Eröffnung, in Berlin alle Alarmglocken läuten, besonders im Büro der Kanzlerin. Auch wenn sie beim Bankett die Inhaftierung von fünf Deutschen „angesprochen“, sich kritisch über die Pressefreiheit in der Türkei geäußert hat, hat der Sultan in seiner Rede klar gemacht, was er von Deutschland und der Kanzlerin hält. Wütend attackierte er in seinem Vortrag, Deutschland würde Tausende von Terroristen beherbergen. Nun ja, es stimmt, wir haben jede Menge Terroristen in unserem Land, doch dabei handelt es sich um Islamisten, die wir gerne los würden, nicht etwa um Gülen-Anhänger. Denn die halten sich hier an die demokratischen Regeln. 

Darüber hinaus forderte der totalitäre Erdogan nicht nur die Auslieferung der „Gülen-Anhänger“, sondern auch den Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung „Cumhuryet“, der im deutschen Exil lebt. Was er mit ihm anstellen würde, sollte der türkische Dissident in seine Hände fallen, darüber braucht man nicht nachzudenken.

Immerhin, das Programm rund um den Besuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan wird stark eingeschränkt. Am Abend gaben Stadt und Polizei bekannt, dass nur geladene Gäste zur feierlichen Einweihung zugelassen sind. Man befürchtet, dass die Situation rund um die Eröffnung der Moschee eskalieren könnte. Die Außenveranstaltungen rund um die Moschee, bei der 5.000 Gäste erwartet wurden, hat die Polizei abgesagt. Die rund 25.000 Erdogan-Anhänger auf den Straßen rund um die Moschee werden nicht zugelassen.

Schon am Nachmittag musste das Programm geändert werden. Eigentlich wollte sich Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan auf Schloss Wahn treffen. Die Besitzer haben am Freitag (28.09.2018) wissen lassen, dass sie einen Empfang "aus politischer Überzeugung" ablehnen. Wenigstes gibt es ein paar wenige Bürger, in diesem Falle die Eigentümer des Schlosses, die Rückgrat zeigen und dem Sultan die Stirn bieten. 

Doch das wäre eigentlich Angela Merkels Aufgabe gewesen, dem Herrscher der Osmanen die Stirn zu zeigen. Der Besuch dieses Mannes wird ihr keine Stimmen einbringen. Im Gegenteil. Angela Merkel scheint jeden Bezug zu einer bürgernahen Politik verloren zu haben. Besonders, was den Besuch des Türken angeht. Denn der wird sich ganz sicher nicht den demokratischen Regeln einer EU oder denen der Deutschen anpassen.

Überhaupt zeigen die regierenden Politiker wenig Fingerspitzengefühl für den Umgang mit ihren Bürgern und für ihre Arbeit, die sie eigentlich für unser Land zu leisten hätten. Stattdessen leistet man sich seit mehr als zwei Jahren Grabenkämpfe, dümmliche Auseinandersetzungen mit dem Präsidenten des Verfassungsschutzes, unterirdische Kommentierungen im Fall Chemnitz oder Planlosigkeit bei der Bewältigung des Flüchtlingsproblems. 

Sollte die Wirtschaft in der Türkei weiter absaufen, könnte es durchaus sein, dass Erdogan Angela mit drei Millionen Flüchtlingen erpressen wird. Denn irgendjemand muss ja die Rechnung bezahlen, um die armen Migranten in türkischen Lagern zu finanzieren. Im Zweifelsfall Deutschland. Der Grund des Herrn aus dem Land der Teppiche und des Kümmels liegt auf der Hand. Er braucht Geld. Sehr viel Geld. Nicht einmal die Milliarden aus Deutschland, mit denen die Flüchtlinge unterstützt werden sollten, landen dort, wo sie hinsollen. Sie landen in der Staatskasse Erdogans...



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