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Parteien der falschen Doktortitel – Franziska Giffey ist die Nächste

Wollen wir doch mal ehrlich sein, den Bürger wirft die Nachricht unrechtmäßig erworbener, erschummelter oder erfundener Doktorgrade nicht mehr um, zumal das Vortäuschen akademischer Meriten unter den Regierenden und Abgeordneten inflationäre Züge angenommen hat. Gestern hat es unsere Familienministerin Franziska Giffey (SPD) erwischt. Und wieder dürfen wir davon ausgehen, dass einer deutschen Ministerin der Doktortitel aberkannt wird.

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Immerhin braucht sie sich die Franziska nicht einsam zu fühlen. Der erlauchte Kreis der Parteipolitiker mit ergaunerten akademischen Graden ist so groß, dass man bequem zwei Fußballmannschaften mitsamt einem Dutzend Auswechselspieler bilden könnte. Nein, ich will die Sache nicht ins Lächerliche ziehen, Hochstapelei oder sich mit fremden Federn zu schmücken ist alles andere als ein Kavaliersdelikt. Aber wie es scheint, geht es in der abgehobenen Politik nur noch nach dem Motto: Quod licet iovi, non licet bovi.

Zurück zu unserer pummeligen Franziska. In den 205 Seiten ihrer Doktorarbeit „Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“ wurden auf 76 Seiten 119 Plagiate entdeckt. Bei 48 weiteren Fragmenten handelt es sich um Übernahmen ohne Verweis auf die Quelle („Verschleierungen“ oder „Komplettplagiate“). Überdies reihen sich erfundene Zitate, dubiose Quellenangaben und fehlerhafte Angaben munter aneinander.

Die investigative Plattform „VroniPlag“ bohrt nicht ohne Grund in den Dissertationen politischer Akademiker, zumal bei den Führungskräften unserer etablierten Parteien die Wahrscheinlichkeit groß ist, auf Öl zu stoßen, genauer gesagt, Betrüger zu entlarven. Wenn die Großmannssucht unserer Politnullen nicht so traurig wäre, könnte man bei der langen Liste geschönter Lebensläufe bis hin zu offenkundigem Beschiss Grimms Märchenbücher um ein paar Hundert Seiten bereichern. 

Aber nun mal im Ernst. Ich liebe es, wenn sie im TV mit ihrer puddingweichen Stimme spricht. Ich habe stets den Eindruck, als würde mir eine empfindsame und feinfühlige Fee mit einem Wattebällchen meinen Bauchnabel streicheln, während sie über die gelungene Integration armer Islamisten referiert. Natürlich nur, wenn ich die Augen geschlossen habe. Aber wie sagt man so schön? Stille Wasser und Gutmenschen mit Vertrauen erweckendem Timbre hinterm Gaumen gründen nicht nur tief, sie führen dich hinters Licht.

In den vorderen Reihen des Bundestages muss man nicht lange suchen, um Hochstapler, Schaumschläger, Scharlatane oder Wichtigtuer zu identifizieren, deren intellektuelles Leistungsvermögen knapp das Hauptschulniveau überschreitet. Gut, gut, unter jenen, die ihren akademischen Grad aufgrund von Manipulationen zurückgeben mussten, war der eine oder andere dabei, den man hätte ernst nehmen können. Unter anderen Herrn Karl-Theodor zu Guttenberg. Doch die Mehrheit der entlarvten „Betrugsakademiker“ legten sich den Doktortitel aus Gründen krankhaften Profilierungsbedürfnisses gleich selbst zu. Schließlich muss man den Intellektuellen in der AfD, die ihren akademischen Grad ehrlich erarbeitet haben, etwas entgegensetzen.

Selbstredend kann ich gut nachvollziehen, dass unsere wichtigtuerischen  Parteioberen nicht tatenlos zusehen können, wenn der Akademikeranteil bei der AfD den der SPD um mehr als das Dreifache und das der GRÜNEN um mehr als das 10-fache übersteigt. Wer will es den Frontschwätzern der CDU und der SPD verdenken, wenn sie ihr Bildungsdefizit schon aus Imagegründen mit einem schmückenden, akademischen Grad ein wenig aufpeppen wollen. Ich räume ein, wenn man unterbelichtet ist, ist die Versuchung groß, das Image aufzumotzen, besonders dann, wenn die AfD-Akademiker ihre Doktortitel rechtmäßig führen.

Ach, es ist schon ein Kreuz mit der verfluchten Bildung. Ich erinnere beispielsweise an so klangvolle Namen wie: Silvana Koch-Mehrin (FDP), Jorgo Chatzimarkakis (FDP), Margarita Mathiopulos (FDP) oder Annette Schavan (CDU) - eine Frau, die sich anmaßte, für das Bundespräsidentenamt zu kandidieren – allesamt haben sie wegen Plagiatsvorwürfen von ihren Universitäten die rote Karte gesehen. Nichtsdestoweniger werden diese Figuren immer wieder in Talkshows eingeladen, die der gemeine Bürger nur noch angeekelt abschalten kann.

In den Reihen unserer hoch privilegierten Politikerkreisen gibt es sogar, beinahe hätte ich es vergessen, kriminelle Gauner, die sich schlicht den Doktorgrad gekauft haben. Ein besonderes Händchen für erfundene Lebenswege kann man bei der SPD finden. Petra Hinz fälschte gleich den gesamten Lebenslauf. Weder hatte sie jemals ein Abitur absolviert, noch eine Universität von innen gesehen oder gar ein juristisches Staatsexamen abgeschlossen. Gleichzeitig wurde sie wegen Steuerhinterziehung angeklagt. Nun ja, als Genossin muss man auch manchmal auch den Mut zur Hochstapelei aufbringen, wenn man gewählt werden will. Wir können uns, was diese Personalie angeht, zurücklehnen. Sie ist inzwischen Geschichte.   

Auch der ehrenwerte CDU-Doktor Frank Steffel, dem die Universität Berlin immerhin eine „zumindest vorsätzliche Täuschung“ und die „Verletzung des Gebotes der wissenschaftlichen Redlichkeit“ vorwarf, ist längst weg vom Fenster. Man könnte munter weitere Namen nennen, die mit großer Energie, Einfallsreichtum und semantischem Geschick ihre Vitae „tunen“, um gebildeter, gescheiter, wichtiger oder bedeutender zu wirken. Man möchte ernüchtert aufschreien, wenn man sich bewusst macht, dass wir Scharlatanen, Gaunern, Betrügern, und anmaßendem Gesindel die Geschicke unseres Landes übertragen haben.

Nun könnte man auch den Standpunkt unserer versehentlich promovierten Politiker einnehmen und deren Dissertation in die Kategorie „professionelle Politikerlügen“ einordnen, weil das eben deren Geschäft ist. Ich kann diese armen Berufsschwätzer auf den Regierungsbänken gut verstehen, wenn sie mit Zähnen und Klauen den mühsam erschwindelten Nimbus der Allwissenheit verteidigen, zumal so ein Doktortitel hierzulande ja noch etwas hermacht. Zumindest gibt er für das einfache Volk die schlüssige Erklärung, dass die Edelpfeifen deutscher Politik zurecht ein hohes Amt einnehmen. Nun dürfen gespannt sein, wann Frau Giffey ihren Ministersessel räumen wird und welcher Akademiker ihr nachfolgen wird.

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