Als Finanzminister hat man es nicht leicht, vor allem dann, wenn man nichts Anständiges gelernt hat, von Finanzen rein gar nichts versteht und aufgrund der Parteizugehörigkeit auch noch nie mit Geld umgehen konnte. Wenn wir diese Qualifikation bündeln, sind wir assoziativ direkt beim dicken Sozialisten-Lars angekommen. Dass sich sein Job unter diesen Umständen für ihn zur apokalyptischen Herausforderung entwickelt hat, liegt auf der Hand.
Damit der geneigte Leser leichter versteht, mit welchen komplizierten Fallstricken, Hemmnissen und Stolpersteinen unser gut genährter Sozialist zu tun hat und wie er sie bewältigt, möchte ich an einem Beispiel erläutern. Stellen wir uns also vor, du hättest kein Geld, stattdessen aber jede Menge Altschulden. Dann hättest du, ähnlich wie der dicke Lars von der SPD auch, ein echtes Problem, das du dringend lösen musst.
Als armes Schwein ereilt dich plötzlich und unvermittelt ein Geistesblitz. „Crowdfunding“ -, neudeutsch „Schwarmfinanzierung“ genannt. Du wendest dich an deine große Facebook-Gemeinde mit einer umwerfenden Geschäftsidee. Die Eröffnung eines Vergnügungsparks, bei dem angeblich jeder auf seine Kosten kommt. Die User sollen deinen Plan und die Umsetzung finanzieren, mit dem Gewinnversprechen, dass es dir hinterher besser geht, versteht sich. Selbstverständlich hast du einen schlüssigen Businessplan mit Gewinnprognosen erarbeitet.
Die Rechnung, die du deinen zahlreichen Freunden aufmachst, um sie zu motivieren, basiert auf alternativ-bunten Ideen. Weil die User dein Projekt unterstützen sollen, stellst du dein Vorhaben zum Wohle der Gesellschaft überzeugend und vollkommen risikolos dar. Auf der Basis deiner vielversprechenden Prognose und deiner Versprechen investieren alle deine 20- oder 25-tausend FB-Freunde ein paar Hundert Euro. Schließlich bist du ein knuffiges und höchst trickreiches Kerlchen und überdies eine ehrliche und sozialistische SPD-Haut. Die Gewinn-Garantie: Nach der Fertigstellung deines Projektes müssen alle Facebook-User, die dir ihr Geld anvertraut haben, mitsamt ihren Familien den Freizeitpark besuchen und hierfür horrende Eintrittspreise zahlen.
Das todsichere Konzept leuchtet jedem ein, natürlich auch dir, lieber Leser. Mit Spannung und Ungeduld erwartest du nun das „Grand Opening“. Der Trick dabei ist, dass die gutgläubigen Investoren nicht wissen: Du hattest nie vor, jemals einen Freizeitpark zu bauen. Man begibt sich zur Kasse und bezahlt. Dann tritt man ein und befindet sich auf einer grossen leeren Wiese. Den Ärger des zahlenden Publikums erträgst du stoisch, denn du brauchst, genau wie der sozialistische Lars auch, das Geld, um damit alte Schulden und Verpflichtungen ablösen, genauer gesagt, die infernalischen Löcher mitsamt den Zinsen zu stopfen. Natürlich musst du das als Investor nicht wissen, zumal du ja auch kein Finanzminister bist.
Jetzt werden Kritiker sicher sagen: „Das ist doch vollkommen idiotisch. Funktioniert niemals!" Oder: „Dann zahle ich ja zu meinen bereits getätigten Investitionen zusätzlich die Eintrittspreise obendrauf, finanziere damit den Park doppelt und werde mein Geld niemals zurückerhalten. Manche meiner treuen Leser werden jetzt müde abwinken und sagen: „Das macht doch niemand!“ Ganz pfiffige Leser werden allerdings behaupten: „Erstens kann man das nicht mit den Problemen unseres Finanzministers vergleichen und zweitens wäre das Betrug! Das macht der Lars niemals!“
Meine Antwort darauf ist vielschichtig und komplex. Doch! Der Lars macht das! Der wichtigste Unterschied besteht allerdings darin, dass Lars nicht um Investitionen bittet, sondern sich am Geld gleich bei der Gehaltszahlung bedient. Das ist praktischer. Kein Unterschied allerdings besteht darin, dass er von Anfang an nie vorhatte, einen Erlebnispark zu bauen. Trotzdem verlangt er Eintritt für seine Schimäre und an seinem Imbissstand im Park ist die Bratwurst mit Pommes und Majo dreimal so hoch wie üblich. Wie gesagt, er braucht das Geld. Für was? Diese unangenehme Wahrheit verraten euch Lars und ich unter keinen Umständen.
Siehste, lieber Leser, jetzt fällt es sogar dir wie Schuppen von den Augen. Der dicke Lars hat dich gewaltig hinter die Fichte geführt und dir wird klar: Selbst deine Kinder werden noch Jahrhunderte lang die überteuerten Eintrittsgelder (Lohnsteuer) für den nicht vorhandenen Vergnügungspark zahlen. Denn wie wir heute aus der Presse entnehmen können, hat unsere Regierung die über Steuer erhobene „Schwarmfinanzierung“ – in diesem Falle das Sondervermögen, in Höhe von einer Billion Euro zu 90 Prozent zweckentfremdet, vorwiegend, um offene Haushaltslöcher zu stopfen, – also Schulden zu begleichen.
Ja, man könnte jetzt sagen: Das, was die Regierung da gerade macht, wäre Veruntreuung, schamloser Missbrauch in Tateinheit mit schwerem vorsätzlichen Betrug. Ach Leute – denkt euch doch einfach, ihr lebt alle in einem Vergnügungspark, dann lässt sich das alles entspannter ertragen. Immerhin könnt ihr froh sein, dass man euch für den Eintritt nicht gleich das ganze Gehalt einbehält.
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