Je näher das Ende, desto markiger die Kanzler-Statements und desto kerniger seine Appelle. „Fritz, der Reformer“, von Insidern liebevoll auch "the great Pretender" genannt, hat seinen Untertanen, die ihm regelmäßig das Gehalt zahlen, gestern wieder einmal ordentlich die Leviten gelesen. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln! Wir müssen uns einschränken! Wir müssen Schritt für Schritt dieses Land wieder fit machen.“
Mit 1,96 ist Fritz nicht nur Deutschlands höchster Wendehals, er dürfte auch als bekanntester politischer Störfall in die deutsche Nachkriegsgeschichte eingehen. Im „Beliebtheits-Ranking“ der begehrtesten Staatserneuerer ringt unser regierender Reformator allerdings mit der Genossin Bärbel Bas um die letzten Plätze. Noch wissen wir nicht, wem es gelingen wird, sich als Motivations-Sieger durchzusetzen. Bärbel, die mit den Arbeitgebern unter Anwendung sozialistischer Methoden Schlitten fährt und sie aktiv bekämpft, oder Fritz, der die Arbeitnehmer sinnbildlich als faulen Haufen abqualifiziert, die der Bequemlichkeit frönen.
Betrachten wir einmal den Terminus Motivation. Er beschreibt die Gesamtheit der Beweggründe, die zur Handlungsbereitschaft zielgerichteten Verhaltens und der Ausdauer, die man in der Regel mit Belohnungsanreizen verknüpft. Fritz dagegen verbindet seine Forderung nach Mehrleistung mit Konsumverzicht, höherer Wochenarbeitszeit und beleidigenden Vorwürfen wegen ihrer bejammernswerten Einstellung zur Arbeitsauffassung, während er gleichzeitig die gewaltigen Defizite des Gesundheitsfonds zugunsten von Bürgergeldempfängern, illegalen Flüchtlingen und chancenlosen Asylbewerbern potenziert. Von den opulenten Geldgeschenken an die Ukraine von atemberaubenden 90 Milliarden Euro, über die gerade in Brüssel abgestimmt wird, will ich hier erst gar nicht reden.
Unsere "Chefmediatoren" Lars und Fritz haben angesichts der Notlage des Staatshaushalts einen weiteren interessanten Ansatz der motivatorischen Unterstützung arbeitsunwilliger Arbeitnehmer entwickelt. Wie man unschwer erkennt: Nicht nur unser aller Buckelwal steckt auf einer Sandbank in der Ostsee fest und siecht vor sich hin, nein, auch unsere Regierungsmannschaft hat sich in seichten Gewässern festgeschwommen und ist vermutlich nicht mehr zu retten, - zu erkennen an den geradezu irrwitzigen und völlig sinnlosen Befreiungsschlägen.
Jetzt will man mit der Streichung der beitragsfreien Mitversicherung der Familie, - vermutlich auch einschließlich der Kinder, - dem Müßiggang und dem „dolce far niente“ der am heimischen Swimmingpool sitzenden Ehefrau ein Ende bereiten. Hinzu kommt die kreative Ergänzung des Bundesministers für Finanzen Lars Klingbeil, der das Ehegattensplitting ersatzlos streichen will. Steuerliche Fehlanreize teilzeitbeschäftigter Hausfrauen mit hoher Affinität zur Work-Life-Balance sollen korrigiert, um den „Damen“ mit Nachdruck endlich die Vollzeitarbeit schmackhaft machen. Es liegt auf der Hand, dass schon wegen des leeren Staatssäckels die freizeit-orientierte Hausfrau mit dem Verzicht auf ihre Gratismitversicherung zu ihrem Glück gezwungen werden muss, um nicht nur ihren fiskalischen Beitrag zu leisten, sondern auch die Anhebung des Grundgehaltes der Beamten zu rechtfertigen.
Flankierend rückte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer gestern beim Polit-Talk mit Karen Miosga das larmoyante Geplärr der Autofahrer endlich einmal ins richtige Licht. Leute, die ein Auto besitzen, sind per se nicht arm und sollten sich gefälligst nicht über hohe Benzin- und Dieselpreise beklagen. Auf Autobahnen künftig nur noch 100 Kilometer Höchstgeschwindigkeit, drei Tage weniger Urlaub und zwei Pullover weniger kaufen würden die Mehrkosten an der Zapfsäule kompensieren. Und da die Bürger gerade aus des Kanzlermundes erfahren, dass die gesetzliche Rente bald nur noch eine Basissicherung sein wird, dürften sich die Untertanen lustvoll und mit noch größerem Engagement in ihre Erwerbstätigkeit stürzen.
Die Idee, dass in Zukunft auch deutsche Raucher qua Steuererhöhung die Tankfüllung der Bürger subventionieren sollen, um die Reduzierung der Spritpreise an der Tanke von 17 Cent als beherztes Einschreiten des Kanzlers zu etikettieren, trägt zur Ersparnis bei.
Gleichzeitig geben Kanzler und Vizekanzler für den brasilianischen Regenwald und den Sudan mehr Geld aus als für den Tankrabatt. Aber wer weiß, vielleicht werden zum Ausgleich die Eltern aufgefordert, das Taschengeld ihrer Kinder auf die Hälfte zu kürzen, um für Entlastung in der Haushaltskasse zu sorgen. Diese motivatorischen Glanzleistungen dürften den Bürgern geradezu euphorische Glücksgefühle bescheren.
Und kaum haben wir diese Botschaften verdaut, macht der nächste, einzigartige Geniestreich aus SPD-Denk-Sumpf Furore. Die SPD will Vermieter von Wohnungen und Immobilien dazu verdonnern, Sozialbeiträge wie Krankenkassen- und Pflegebeiträge auf Mieteinnahmen zu erheben bzw abzuführen. Nun ja, was soll man sagen? Haben diese Leute in der SPD versehentlich Tinte gesoffen? Da sich die Arbeitgeber überwiegend weigern, den 1.000-Euro-Spritbonus für einen Krieg, der nach des Kanzlers Worten ja gar nicht unser Krieg ist, an die Mitarbeiter abzuführen, sollen alternativ die Vermieter von Wohnobjekten herhalten. Da greift sich unsereiner nur noch an den Kopf.
Und während wir monatlich mit über 3.000 Firmenpleiten bei Personen- und Kapitalgesellschaften sowie 1.600 Industrie-Insolvenzen einen neuen Höchststand verzeichnen, überdies innerhalb eines Jahres 285.000 Arbeitnehmer ihren Job verloren haben und jedes dritte Unternehmen Deutschland verlassen will, ergeht sich der Kanzler in populistischen Ankündigungen. Angesichts einer gesellschaftspolitischen Bombe schwadroniert Merz über Reformen, Perspektiven, Bürokratie-Abbau und Digitalisierung, über bessere Wettbewerbsfähigkeit und neue Wachstumschancen. Entlasten, Investieren und Reformieren – es sind genau jene vollmundigen Vokabeln, die bei jedem Arbeitgeber, jeden Geschäftsinhaber und jedem Leistungsträger völlig neue Solidaritätsgefühle auslösen.
Peinlichst verschwiegen werden in diesem Zusammenhang die gewaltigen Migrations-, Klimakosten und Ukrainekosten, die dem Industriestandort Deutschland das Genick brechen können. Nach wie vor stellen jedes Jahr mehr als 160.000 Migranten in Deutschland Asylanträge, die unsere Krankenkassen und Sozialsysteme zum Nachteil deutscher Bürger schwer belasten. Damit einher geht nach der jüngsten Kriminalitätsstatistik ein 50-prozentiger Ausländeranteil bei schwersten Verbrechen. Die Katastrophe hat also nicht nur einen Namen. Längst wissen sie es, unsere großartigen Staatsführer und -lenker: Sie sind am Ende ihres Lateins, verkaufen aber den Bürgern im staatsmännischen Duktus ihre Inkompetenz als Erfolge.
Die Glaubwürdigkeit der „Partei- und Regierungseliten“ ist unrettbar verloren. Der Notstand herrscht nachgewiesenermaßen nicht nur im Staatshaushalt, er herrscht auch in den regierenden Oberstübchen. Zusammenfassend könnte man die Bemühungen unserer Reform-Prediger unter dem Filmtitel subsumieren: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Und wenn doch? Dann wäre es Grund genug, jene Versager schnellstens in die Diaspora zu schicken. Wer angesichts des derzeitigen Personals der Altparteien noch auf Besserung hofft, dem ist nicht mehr zu helfen. So wenig, wie man dem Buckelwal erklären kann, wie er sich wieder freischwimmt, so wenig kann man unseren Regierenden nahebringen, an welcher Stelle man die riesigen Einsparungspotenziale nutzen könnte.
Ein beherzter und ehrlicher Blick nach Kiew, auf die Migranten und die Green-Deal-Kosten könnte helfen. Wirft der Bürger dagegen einen beherzten Blick auf die neuesten Wahlprognosen, wird er mit Freude feststellen: Die SPD liegt nur noch bei 13 Prozent und verzeichnet damit das schlechteste Ergebnis seit dem 2. Weltkrieg. Seien wir also unverzagt..., die CDU wird sich in Bälde dem Wert der SPD annähern und der AfD großherzig ihre Wähler überlassen.
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