Je näher das Ende, desto markiger Statements und desto kerniger die Apelle. „Fritz, the Reformer“ hat den Untertanen, die ihm regelmäßig das Gehalt zahlen, gestern wieder einmal ordentlich die Leviten gelesen. „Wir müssen die Ärmel hochkrempeln! Wir müssen uns einschränken! Wir müssen Schritt für Schritt dieses Land wieder fit machen.“
Mit 1,96 ist Fritz nicht nur Deutschlands höchster Wendehals, er dürfte auch als bekanntester politischer Störfall in die deutsche Geschichte eingehen. Im „Beliebtheits-Ranking“ der begehrtesten Staatserneuerer ringen unser regierender Reformator gemeinsam mit der Genossin Bärbel Bas um die letzten Plätze. Noch wissen wir nicht, wem es gelingen wird, sich als Motivations-Sieger durchzusetzen. Bärbel, die mit den Arbeitgebern mit sozialistischen Methoden Schlitten fährt und sie aktiv bekämpft, oder Fritz, der die deutschen Arbeitnehmer sinnbildlich als faulen Haufen abqualifiziert.
Betrachten wir einmal den Terminus Motivation. Er beschreibt die Gesamtheit der Beweggründe, die zur Handlungsbereitschaft zielgerichteten Verhaltens und der Ausdauer, die man in der Regel mit Belohnungsanreizen verknüpft. Fritz dagegen verbindet seine Forderung nach Mehrleistung mit Verzicht, höherer Wochenarbeitszeit und positiver Einstellung zur Leistung, während er gleichzeitig die gewaltigen Defizite des Gesundheitsfonds zugunsten Bürgergeldempfängern, illegalen Flüchtlingen und chancenlosen Asylbewerbern potenziert. Unsere "Chefmediatoren" Lars und Fritz haben angesichts der Notlage des Staatshaushalts einen weiteren interessanten Ansatz der motivatorischen Unterstützung arbeitsunwilliger Arbeitnehmer entwickelt.
Die Streichung der beitragsfreien Mitversicherung der Familie einschließlich der Kinder soll dem Müßiggang und dem „dolce far niente“ der Ehefrau ein Ende zu bereiten. Hinzu kommt die kreative Ergänzung des Bundesministers für Finanzen Lars Klingbeil, das Ehegattensplitting ersatzlos zu streichen. Steuerliche Fehlanreize teilzeitbeschäftigter Hausfrauen mit hoher Affinität zur Work-Life-Balance sollen so korrigiert und den „Damen“ mit Nachdruck endlich die Vollzeitarbeit schmackhaft zu machen. Es liegt auf der Hand, dass schon wegen des leeren Staatssäckels auch die freizeit-orientierte Hausfrau mit dem Verzicht auf die Gratismitversicherung zu ihrem Glück gezwungen werden muss, um nicht nur ihren fiskalischen Beitrag zu leisten, sondern auch die Anhebung des Grundgehaltes der Beamten abzusichern.
Flankierend rückte die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer gestern beim Polit-Talk mit Karen Miosga das larmoyante Geplärr der Autofahrer endlich einmal ins richtige Licht. Leute, die ein Auto besitzen, sollten sich gefälligst nicht über hohe Benzin- und Dieselpreise beklagen. Zwei Tage weniger Urlaub und zwei Pullover weniger würden die Mehrkosten an der Zapfsäule kompensieren. Und da die Bürger gerade aus des Kanzlermundes erfahren, dass die gesetzliche Rente bald nur noch eine Basissicherung sein wird, dürften sich die Untertanen mit noch mehr Engagement in ihre Erwerbstätigkeit stürzen.
Die Idee, dass in Zukunft auch deutsche Raucher qua Steuererhöhung die Tankfüllung der Bürger subventionieren, um die Reduzierung der Spritpreise an der Tanke von 17 Cent als beherztes Einschreiten des Kanzlers zu etikettieren, trägt zur Ersparnis bei. Fehlt nur noch, dass man den Kiddies das Taschengeld um die Hälfte streicht, um die hohen Steuerbelastungen leichter tragen zu können. Diese motivatorische Glanzleistung dürften den Bürgern euphorische Glücksgefühle bescheren.
Und während wir monatlich mit über 3.000 Firmenpleiten bei Personen- und Kapitalgesellschaften und 1.600 Industrie-Insolvenzen einen neuen Höchststand verzeichnen, 285.000 Arbeitnehmer ihren Job verloren haben und jedes dritte Unternehmen Deutschland verlassen will, schwadronieren Kanzler und Vizekanzler angesichts der tickenden gesellschaftspolitischen Bombe mit populistischen Ankündigungen über Reformen, Perspektiven, Bürokratie-Abbau und Digitalisierung und über bessere Wettbewerbsfähigkeit. Entlasten, Investieren und Reformieren – es sind genau jene vollmundigen Gebote, die bei jedem Arbeitgeber und jeden Geschäftsinhaber völlig neue Solidaritätsgefühle auslösen werden.
Peinlichst vermieden werden in diesem Zusammenhang die gewaltigen Migrations- und Klimakosten, die dem Industriestandort Deutschland das Genick brechen werden. Nach wie vor stellen jedes Jahr mehr als 160.000 Migranten in Deutschland Asylanträge, die unsere Krankenkassen und Sozialsysteme zum Nachteil deutscher Bürger schwer belasten. Damit einher geht nach der jüngsten Kriminalitätsstatistik ein 50-prozentiger Ausländeranteil bei schwersten Verbrechen. Die Katastrophe hat also nicht nur einen Namen. Längst wissen sie es, unsere großartigen Staatsführer und Lenker: Sie sind am Ende ihres Lateins, verkaufen aber den Bürgern im staatsmännischen Duktus ihre Inkompetenz als Erfolge.
Die Glaubwürdigkeit der „Partei- und Regierungseliten“ ist unrettbar verloren. Zusammenfassend könnte man die Bemühungen unserer Reform-Prediger unter dem Filmtitel subsummieren: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Wer angesichts des derzeitigen Personals noch auf Besserung hofft, dem ist nicht mehr zu helfen. So wenig, wie man dem Buckelwal erklären kann, wie er sich wieder freischwimmt, so wenig kann man unseren Regierenden nahebringen, an welcher Stelle man die riesigen Einsparungspotenziale nutzen könnte.
Ein beherzter und ehrlicher Blick nach Kiew, auf die Migranten und die Green-Deal-Kosten könnte helfen. Wirft der Bürger dagegen einen beherzten Blick auf die neuesten Wahlprognosen, wird er mit Fruede feststellen: Die SPD liegt nur noch bei 13 Prozent und verzeichnet damit das schlechteste Ergebnis seit dem 2. Weltkrieg. Seien wir also unverzagt..., die CDU wird sich in Bälde dem Wert der SPD annähern.
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