Direkt zum Hauptbereich

Die SPD und das Nahles-Syndrom

Wer sich in den letzten Tagen näher mit der SPD beschäftigt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass deren Vorsitzende hauptsächlich mit der systematischen und vollständigen Zerlegung ihrer Partei befasst ist. Immer mehr SPD-Wähler erwägen, sich lieber von einer Brücke zu stürzen, als ihrem politischen Dilettantenverein weiterhin Mitgliedsbeiträge zu überweisen, ganz zu schweigen, ihn zu wählen.



Auch ich bin nur noch wenige Schritte davon entfernt, die rote Fraktionschefin sowohl als einen intellektuellen, als auch einen politischen Trauerfall zu bezeichnen, zumal sie im Augenblick ein begnadetes Händchen für die zügige Eliminierung ihrer Stammkundschaft an den Tag legt. Jetzt möchte sie „bedingungslos“ die wirtschaftlich angeschlagene Türkei und den großmäuligen Sultan mit Wohltaten aus deutschen Steuergeldern "auf die Spur" zu bringen und gefügig machen. 

Um den Verfall der türkischen Lira zu stoppen oder gar umzukehren, benötigte das Morgenland "ad hoc" ein Stützungsvolumen von 30 Milliarden Dollar, Geld, das man für Schulsanierungen, Geringverdiener, Rentner oder Aufbau eines soliden Pflegesystems dringender benötigte. Andreas Argumente sind ebenso wenig profund wie ihre strategische Weitsicht oder ihr Blick fürs Wesentliche. Worthülsen und wichtigtuerische Luftblasen, mehr ist da nicht. Ach, ich vergaß..., da sind ja noch die vielen gut ausgebildeten Flüchtlinge in türkischen Lagern, die man gegebenenfalls in Deutschland benötigt. 

Würde man diese synaptische Fehlleistung in ihrem Oberstübchen als Bild zeichnen, käme die selbstlose Idee einem Delinquenten gleich, der mit seinem eigenen Geld einen Strick kauft und seinem Henker mit der Bitte überreicht, das Urteil zügig zu vollziehen. Mit der Wahl ihrer Chefin haben sich die Genossen wahrlich ein veritables Nahles-Syndrom zugezogen, ein Krankheitsbild, das man vermutlich nur noch chirurgisch entfernen kann. In Vollnarkose, versteht sich.

Anstatt sich darauf zu konzentrieren, ihre eigene Partei in ein gesichertes, politisches Fahrwasser zu manövrieren, macht das Trampel aus der Eifel auf Weltpolitik und verbreitet in jede Kamera, die ihr im Weg steht, inhaltsschweren Zinnober. Inzwischen verkörpert sie unter den Bürgern und Genossen das gelebte Musterbeispiel maximaler Antipathie. Mit ihr ist als Partei wahrlich kein Staat zu machen. 

Die Finanzkrise, in die die Türkei trudelt, ist eine Erdogan-Krise und keine Deutschland-Krise. Nicht irgendwelche bösen Spekulanten, nicht die Börsen, nicht die Banken sind dafür verantwortlich, dass die türkische Lira ins Bodenlose abstürzt. Es ist Erdogan selbst, der sein Land gesellschaftlich und wirtschaftlich ruiniert und Donald Trump hilft kräftig mit. Er zieht gerade dem selbsternannten Despoten die Hammelbeine lang, mit der Folge, dass die Türkei ihre auf Dollar lautenden Auslandsschulden nicht mehr bedienen kann.

Kurz gesagt, die Türkenkrise „is not the cup of tea“ der SPD. Sie haben im eigenen Laden alle Hände voll zu tun. Dort scheint es aber niemanden zu geben, der Nahles daran erinnert, was die Wähler von ihrer Partei erwarten. Längst ist der SPD-Tanker in Seenot geraten. Es gibt dort auch keinen, der dieser Nahles den Sessel unter dem bemerkenswerten Gesäß wegzieht und sie vor die Tür setzt. Denn Bemerkenswertes hat sie seit ihrer Amtszeit nicht geleistet. Es ist den Stammwählern einer ehemaligen Arbeiterpartei kaum zu vermitteln, weshalb sich ihre Vorsitzende ausgerechnet um den Türken Sorgen macht und sich nicht um die viel dringenderen Belange, Erwartungen, Hoffnungen und Notwendigkeiten der eigenen Klientel kümmert.

Es ist nicht die Aufgabe der SPD, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, wie man Erdogan helfen kann, dessen politische Party mitsamt seinem sauberen Schwiegersohn am Laufen zu halten. Er selbst muss zur Stabilisierung seiner Geld- und Finanzpolitik die Notbremse zu ziehen. Stattdessen versucht sich die SPD-Chefin vor der „Sommerkammera“ in weltmännischer Manier in Sachen Selbstprofilierung und plappert munter drauf los. Sie will mit großen Hunden pissen gehen und kann das Bein nicht hoch genug heben, das ist ein echtes Dilemma für die so arg gebeutelte SPD-Seele. Wo sind sie denn, die ehemals hartgesottenen Roten, die mit Selbstbewusstsein und innerer Überzeugung auf die Barrikaden gingen, um das Land sozialer zu machen?

Längst ist die Partei der Genossen in der Wählergunst abgeschmiert auf einen Wert von 17 Prozent, man könnte den freien Fall mit der türkischen Lira vergleichen. Und schon antwortet Andrea mit bedeutungsvollem Impetus und ernster Intonation dem Journalisten, „dass Bundesregierung mit der Türkei auf allen Ebenen im Gespräch bleiben muss.“ „Es ist meine klare Erwartung an die Bundeskanzlerin, dass natürlich auch kritische Fragen angesprochen werden. Hierzu gehört insbesondere das Festhalten und die Inhaftierung von deutschen Staatsangehörigen in der Türkei.“ Na sowas…!

Kaum anzunehmen, dass Angela Merkel plötzlich zu Andreas Schwester im Geiste wird, was die bedingungslose Unterstützung des Emirs vom Bosporus angeht, sie wird Andrea etwas husten. Selbstredend müssen deutsche Inhaftierte bedingungslos aus der Haft entlassen werden. Was schert es uns, ob der Türke sein Volk knechtet. Er hat seine eigene Sicht der Dinge. Sie haben mit Demokratie allerdings so wenig zu tun, wie die SPD mit ihren eigenen Wählern.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Jetzt muss sich die Welt warm anziehen! Annalenas neue Karriere in New York!

Wenn man es genau nimmt, hat der Bundesbürger in unserem Land keine andere Wahl, als sich angesichts der aktuellen Nachrichten mit einer Überdosis afghanischem Dope zu bekiffen. Was sich gerade im politischen Berlin abspielt, überschreitet bei Weitem die Grenzen des Ertragbaren, das man nur noch im zugedröhntem Zustand unbeschadet überleben kann.   Der „Politische Filmpalast in Berlin“ präsentiert seinen Zuschauern einen Actionthriller der außergewöhnlichen Art, den das erschauderte Publikum auf den Sitzen erstarren lässt. In dem knallharten Sciencefiction-Streifen wenden sich die Vereinten Nationen in höchster Not an die deutsche Bundesregierung und bitten um Unterstützung. Hierzulande weiß man Rat und schickt die „Grüne Terminator*in“ an die Frontlinie.  Annalena Baerbock, bei uns auch bekannt als "rhetorischer Auffahrunfall", ist die letzte Chance, Deutschland und die restlichen Kontinente mit feministischer Überlegenheit, dogmatischem Geschick, legasthenischer Sprachgewal...

Stegner verlangt Koalitionsverbot mit der AfD

Ich gebe zu, schon vor drei Jahren, als sich der politische Weltuntergang abzeichnete, stand ich des Öfteren mit meinen Espresso auf dem Balkon und gab mich dem wohligen Gedanken hin, dass es mit der CDU, den Grünen und der SPD nix mehr werden wird. Doch als ich heute Morgen den Nachrichtensender einschaltete, erschien Ralle auf dem Bildschirm. Die Zuschauer am Bildschirm rieben sich vermutlich erwartungsfreudig die Hände, versprachen sie sich doch vom kampferprobten Gladiator Ralf Stegner niederschmetternde Beleidigungen, hämische Herabwürdigungen, schöne Pöbeleien und degoutante Bösartigkeiten gegen alles, was schwarz, gelb, grün oder blau ist. Bedauerlicherweise beschränkte sich Ralle gestern mit  seinen Vernichtungsfantasien  ausschließlich auf die AfD. In der Rangreihe der unbeliebtesten SPD-Politiker ringt Ralle Stegner seit geraumer Zeit mit Saskia Esken, Karl Lauterbach und Nancy Faeser um einen der Spitzenplätze. Zugegeben, es ist ein zäher Kampf, genauer gesagt...

AusgeMerzt! Die SPD bestätigt den Mythos des schwachen Riesen

Eines steht fest: Friedrich Merz, imposante 1,98 Meter groß, dürfte seit wenigen Tagen nicht nur als die längste, sondern auch die bedeutendste politische Mogelpackung in die Geschichte seiner Partei eingehen. Es besteht auch kein Zweifel: Der eloquente Schaumschläger hat sich geradezu lehrbuchhaft entlarvt und gilt Dank der Überschätzung eigener Fähigkeiten und einiger unglücklicher Wählerentscheidungen an der Wahlurne, als Inkarnation professioneller "SelbstausMerzung". „Wir werden durch Träume groß. Alle großen Männer sind Träumer“ , so formulierte es einst der begnadete amerikanische Politiker und Staatsmann Woodrow Wilson. Wie es scheint, hat sich der 2-Meter-Mann Friedrich Merz die Maxime des Amerikaners zu eigen gemacht. Dem Latein kundigen Bildungsbürger schießt angesichts Friedrichs Gang zu Canossa die schöne philosophische Gehässigkeit ins Bewusstsein: „Ut desint vires tamen est laudanda voluntas!“ (Wenn auch die Kräfte fehlen, dennoch ist der Wille zu loben.) Kei...