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Schöne Politiker braucht das Land.

Politik und Lügen, das gehörte immer schon zusammen. Die Philosophin Hannah Arendt schreibt: Lügen scheine zum „Handwerk des Politikers und Staatsmannes“ zu gehören, ja es habe schon immer sogar als erlaubtes Mittel gegolten. Der Autor Roger Willemsen hält das Lügen sogar für die „Kernkompetenz“ von Politikern. Doch beide sind in ihren Feststellungen zu kurz gesprungen. Image vor Hirn – das ist das gelebte Leitmotto auf den Regierungsbänken. Und das was noch fehlt, wird mit Lügen komplettiert.

Selbstbild, Fremdbild und Zerrbild bestimmen das Leben und Wirken unserer politischen Akteure. Ganz oben auf der vermeintlichen Erfolgsgarantieliste stehen nicht etwa Verstand, Wissen, Bildung, Intelligenz oder Erfahrung, sondern die Außenwirkung. Wie es scheint, dreht sich im politischen Geschäft alles nur noch um das eigene Image und die Frage: Wirke ich sympathisch, vertrauenswürdig und somit glaubwürdig, verlässlich und engagiert – also Merkmale, die in der persönlichen Realität unserer Staatsvertreter schlichtweg nicht oder nur marginal vorhanden sind. Und jene Engpässe hinsichtlich wünschenswerter Attribute müssen mit handwerklichen Mitteln angepasst werden, damit der Wähler die Lügengeschichten des Politikers abkauft, die er in den Medien verbreitet. 

Gleich Influencern, die in Ermangelung irgendwelcher eigener Kompetenzen oder Fähigkeiten ihrem Publikum ein konstruiertes Lebensgefühl transportieren und ausnahmslos in Reichweiten denken, haben unsere schlichten Politiker seit geraumer Zeit die Mechanismen des Scheins, der Fiktion und der imaginären Realitäten blaupausenhaft übernommen. Die Suggestion und der Anschein des durchsetzungsstarken politischen Machers, des Erlösers und des Retters steht über allem, obwohl sich in den Hirnen politischer Schimären selten etwas Substanzielles regt.  

Ich will ja nicht meckern, wenn unser Worthülsen-Fritz sich beim Friseur kostenlos den kargen Haarbürzel trimmen lässt, Bärbel Bas ihre weitgehend nutzlosen kosmetischen Optimierungen der Staatskasse aufbürdet oder sich ganze Regimenter von Visagisten, Stylisten und Coiffeuren über bejammernswerte Polit-Physiognomien zum Zweck der optischen Mängelbeseitigung hermachen, dann mag das ihrer besseren Befindlichkeit dienen, nicht aber ihrer Hirnmasse. Dort tut sich rein gar nichts. 

Gibt es einen sinnloseren Job, als den eines Visagisten im Dienste von Frau Bas? Ich sage nein! Schwamm drüber. Doch bei den Verschönerungsbemühungen all unseren von der Evolution optisch benachteiligten Staatsvertreter sollten wir auch bedenken: Auf das Oberstübchen haben kosmetischen Tunings keinerlei Einfluss, auch wenn einige Politiker fest daran glauben. Ich sage: Es ändert sich trotzdem nichts. Sprechen wir es doch offen aus: Längst haben sich die Protagonisten in Ermangelung gut ausgebildeter und funktionsfähiger Synapsen intellektuell auf die Ebene nichtssagender Gefallsucht begeben. 

In keinem Berufszweig kann man daher eine stärkere Häufung an krankhaft selbstgefälligen Profilneurotikern verzeichnen, als unter den regierenden Eliten und Parteiführern. Der ungeheure Drang der Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit geht mit maximalen Engagement betriebenen Teilnahme in Talk-Shows, Politforen und medialer Präsenz einher. Thema, Niveau, Inhalt oder Anlass, - ganz egal, Hauptsache es gibt eine Kamera oder ein Mikrofon, in das man ungestraft jeden Stuss hineinplappern kann. Immerhin sieht man dabei gut aus. 

Sündhaft teure Top-Fotografen retuschieren, kaschieren und camouflieren was das Zeug hält, um unseren Spitzenpolitikern mit schönen Hochglanz-Bildern den Nimbus bürgernaher und beliebter Problemlöser zu verleihen. Natürlich stellt sich beispielsweise im Falle Klingbeil, der seit Amtsantritt gut und gerne 20 Kilo zugelegt hat, die berechtigte Frage: Wo setzt man schminktechnisch an, um in seinem Falle den Anschein eines Wirtschaftsexperten zu erwecken und gleichzeitig dessen Sympathiewerte nach oben zu korrigieren? Wo gibt es kosmetischen Nachbesserungs- und Korrekturbedarf, damit der Mann klüger, vertrauenswürdiger und kompetenter wirkt?

Es liegt auf der Hand, dass die Ankündigung eines erhöhten Mehrwertsteuersatzes weder mit Gesichtscremes, Pflege-Lotionen, Puderquaste und der Entfernung von Haarspliss kompensiert werden kann. Ebenso wenig kann uns Anton Hofreiter mit einem neuen Anzug und einer grünen Krawatte den Bestandsschutz für Migranten schmackhafter machen, selbst wenn er sich eine Glatze rasieren ließe. Es liegt in der Natur der Sache, dass dem Überbringer schlechter Botschaften eine Abneigungswelle entgegenschlägt, was andererseits eine Auftragswelle für Kosmetikerinnen und Friseuren im Bundestag auslöst. 

Bei unserem Außenminister Johann Wadephul scheint mir der Mode-Ausstatter eine unglückliche Hand zu haben. Mit Konfirmanden-Anzügen kann man weder zackige Rekruten akquirieren, Kriege gewinnen, noch wird man bei den Wählern ernst genommen. Hier herrscht zweifellos Nachbesserungsbedarf, um den Mitleidstrend unter CDU-Wählern nicht noch weiter anwachsen zu lassen.

Wenn man einmal davon absieht, dass man aus einem lahmen Gaul kein Rennpferd und kein noch so begabter Gesichtskünstler Britta Haßelmann in eine begehrenswerte Schönheit verwandeln kann, darf man die kosmetischen Bemühungen an unseren Politikern zur optischen Aufwertung in den allermeisten Fällen als teuren Fehlschlag einordnen. Wie sagt der Volksmund so griffig: Da wurden Perlen vor die Säue geworfen. Nichtsdestoweniger lassen sich auch „Damen“ wie beispielsweise Katharina Dröge partout nicht davon abbringen, sich zu Lasten der Steuerzahler professionell herausputzen zu lassen.

Unvergessen auch unser Trampolin hüpfendes Paradepferd Annalena, die sich für mehr als 136.000 Euro im Jahr außenpolitische Kompetenz ins Gesicht schminken ließ, was aber, wie wir alle wissen, wegen unzureichender Sprachkompetenz und gänzlich unbekannter Wortschöpfungen fruchtlos blieb. Eine ganz andere Problematik stellt ihr Parteifreund Anton Hofreiter von den Grünen dar. Kosmetische Eingriffe? Vergebene Liebesmüh! Ein Visagist stünde hier objektiv vor einer unlösbaren Aufgabe. Hier könnte möglicherweise eine Fachklinik für plastische Chirurgie noch etwas bewirken, sofern sich Anton im Anschluss in die Hände eines begnadeten Figaros begeben würde. 

Lange Rede, kurzer Sinn: Unsere politischen Eliten investieren Unsummen deutscher Steuergelder für Image-Tuning, dermatologische Behandlungen zur Vermittlung atemberaubender Glaubwürdigkeitsillusionen, altersreduzierende Farbkorrekturen beim Friseur oder stylische Brillengestelle zur optischen Intelligenzvortäuschung. Jung, gesund, leistungsfähig und zupackend zu wirken, das beeindruckt die Wähler und geriert Zustimmungswerte. Die Eitelkeiten haben Hochkonjunktur. Mehr ist nicht. 

Und da man aus Nichts bestenfalls eine Null machen machen kann, bleibt es als Ultima Ratio dem steuersubventionierten Friseur oder dem Fotografen überlassen ein paar Locken über das geistige Vakuum zu drapieren. By the way: Wenn wir Bürger schon für die Friseure, Kosmetiker, Visagisten, für Maniküre, Pediküre und sonstigen Schnickschnack mit unseren Steuergeldern geradestehen müssen, sollten wir auch ein gewisses Mitspracherecht bei Frisuren, beim Liedstrich oder der Auswahl der Makeups haben.

Die Politik ist eine Welt des Scheins geworden, für die der Bürger zur Kasse gebeten wird. Die politische Leistung wird von Friseuren, Visagisten, Kosmetikerinnen und Modedesigner dominiert. Flankiernd greifen ganze Kompanien ausgebuffter Sprachwissenschaftler und Framing-Experten ein, damit der Bürger auch mit der passenden Regierungs-Sprachregelung angemessen beglückt werden kann. Es gibt im übrigen nur noch sehr wenige Politiker, die im Stande wären, ihre eigenen Reden zu schreiben. Das ist Fakt! Fassen wir zusammen: Die nächste Regierung sollte von der Friseurinnung und dem Kosmetikerverband gestellt werden. 

Die niederschmetternde Bestandsaufnahme des alltäglichen Politikbetriebes mit unterdurchschnittlichen Geistern ist mir durchaus bewusst, entspricht jedoch meiner subjektiven Wahrnehmung. Mir bleibt nur noch, den Akteuren in Berlin zuzurufen: „Avanti dilettanti“, gebt euch wenigstens so lange Mühe, bis ihr untergeht und von richtigen Politikern ersetzt werdet.

                                        

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Kommentare

  1. Hallo Herr Mancini ,guter Artikel mit einem Fehler ,what a Foul spielt derzeit nicht den Verteidigungsminister ,sondern versucht sich als Außenministerdarsteller.
    Zusammenfassend kann man sagen ,daß die heutige Elite der Politikschauspieler schneller lügt,als selbst der Naivste glauben kann.

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