Vor meinem geistigen Auge laufen die Szenen der Rückkehr- und Urlaubsvorbereitungen unserer Edelkicker ab wie ein billiger Bollywoodstreifen aus dem Subkontinent Indien. In den Luxus-Suiten im Basislager des Graylyn Estate Hotels in Winston-Salem, zugegebenermaßen eine außergewöhnlich erlesene Herberge, in der normalerweise nur die internationale Geld-Dekadenz ihr müdes Haupt angemessen bettet, herrscht seit gestern eine merkwürdige Mischung von wehmütiger Betriebsamkeit und freudigem Hochgefühl. Die "Pflicht-Niederlagen" unserer kickenden Halbgötter wurden erfolgreich und aus dem Blickwinkel der Spielerdamen erfreulicherweise vorzeitig abgeschlossen. Jetzt steht der lang ersehnte Urlaub mit der Familie an. Während die Spieler-Gattinnen, vom hektischen Reisefieber erfasst, ihre Gucci-Schmink-Köfferchen und Versace-Trolleys packen, lassen die Herren der deutschen Fußball-Schöpfung am Pool des ultrafeudalen Ressorts die letzten Stunden unter Sonnenschirmen mit eisgekühlte...
Die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und Rücksicht werden von der Verantwortung bestimmt. (Claudio Michele Mancini)