Wie lange haben sich Deutschland und seine Bürger danach gesehnt, endlich, nach knapp 400 Jahren, wieder bis auf Augenhöhe mit Frankreichs Monarchie aufzusteigen. "Philipp der Erste", mühsam dem Enddarm seines Gönners Fritz entschlüpft und als Staatsminister von Kanzlers Gnaden in Ueckermünde reinkarniert, vereinigt in sich alle Merkmale, den höfischen Glanz in Berlin auferstehen zu lassen. Auch wenn sich Philipp, dem Lichtumflossenen, in einigen Attributen vom Prinzen aus dem Hause Bourbon unterscheidet, lässt er keinen Zweifel an der Freude seines glanzvollen Machtaufstiegs, an dem er das Volk nicht nur medial teilnehmen lässt, sondern sich gleichzeitig anschickt, vom Balkon des Kanzleramtsbüros in einem bequemen Strandkorb sitzend seine künftigen Regierungsaufgaben zu zelebrieren. Zugegeben, der Strandkorb der Marke „Hansa Ostsee de Luxe“ aus feinem, weiß gestrichenen Mahagonigeflecht, lässt sich nicht ganz mit dem Versailler Thron der „Galerie des Glaces“ vergleichen...
Die Grenzen zwischen Meinungsfreiheit und Rücksicht werden von der Verantwortung bestimmt. (Claudio Michele Mancini)