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„Vulva-Watching“ – der neue Gesellschafts-Trend

 Leah Nlemibe, Modell, Vulva-Künstlerin und Hochleistungs-Exhibitionistin hat von sich Reden gemacht. Sie spreizt für eine breite Öffentlichkeit ihre Beine. Ich will gerne einräumen: Ein ungewöhnliches Experiment für Liebhaber der  preisgekrönten weiblichen Anatomie. Jetzt wurde Nlemibe für den Beitrag mit dem Stuttgarter Moderationspreis 2026 in der Kategorie "Beste Moderation Video" ausgezeichnet.

Diese Meldung von Gestern machte in den Netzwerken Furore! Mich irritiert dabei ein wenig, dass die Mehrheit der User keinen intellektuellen Zugang zur Bedeutung von solch substanziellen Reportagen haben, die uns der Bayerische Rundfunk als neuen Denkanstoß vermittelt. Viele der Leser in "X" oder auch "FB" echauffierten sich und kommentierten entrüstet, sie würden - so ein Original-Zitat -, keinen Cent für die in diesem Zusammenhang angebotenen "Vulva-Watching-Kurse" ausgeben. 

Ich wills mal so sagen: "Vulva-Besichtigungs-Events" kosten halt ihr Geld. Schließlich zahlt man ja auch Eintrittsgebühren für ein Museum oder einer vergleichbaren kulturellen Einrichtung, die der breiten Wissensvermittlung dienen... Es ist geradezu erschütternd, wie weit die halsstarrige Verweigerungshaltung in Deutschland vorangeschritten ist, wenn es um qualitativ hochwertige Einsichten in normalerweise verborgene Lebensbereiche von hohem Stellenwert geht.

Wenn selbst der Bundespräsident Frank-Walter, kunstaffiner Protagonist für lebensechte Vulven, das weibliche Geschlecht in Form eines Kunstobjekts im Schloss Bellevue der breiten Öffentlichkeit „zugänglich“ macht, sollte es für die Gesellschaft Ansporn genug sein, uns diesem Thema noch weiter zu öffnen. Vorbei sind die Zeiten, als wir pubertätsgepeinigt heimlich durch die Löcher der Umkleidekabinen in öffentlichen Freibädern gespäht haben, immer mit der Angst vor Entdeckung. Heute geht es schon in Kindergärten los und das Vulvenstudium gehört zum Bildungsauftrag.

 

Sprechen wir doch einmal diese neue Form preisverdächtiger medialer Engagements offen an, die in der breiten Gesellschaft noch nicht ausreichend gewürdigt werden. Kritiker der Zwangsgebühren unserer öffentlich-rechtlichen Sender, insbesondere die Männlichen, werden möglicherweise jetzt ihre starre Haltung des Gebührenboykotts gleich aus mehreren Gründen überdenken, zumal sie einerseits auf teure Plattformen wie die von „Hamster“ oder „Yourporn“ verzichten können, andererseits die Exponate bei Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue aus allen Blickwinkeln auf sich wirken lassen können.

Die Reportage wurde auf dem YouTube-Kanal Puls Reportage, der zum Bayerischen Rundfunk (BR) gehört, veröffentlicht. Darin filmt sich die Journalistin, wie sie unter anderem an einem sogenannten „Vulva-Watching-Kurs“ teilnimmt. Anschließend kommentieren die Teilnehmer, was sie sehen. Eine der Teilnehmerinnen bedankt sich bei der entblößten Journalistin. Auch die anderen Frauen zeigen sich in dem Kurs gegenseitig ihr Geschlecht. „Jede von uns bekommt ein paar Minuten Wertschätzung“, erklärt Nlemibe in dem Beitrag. 

Ich wills mal so sagen: Kein Zweifel! Endlich werden Vulven „gesellschaftsfähig“ und die hinderlichen Schamfaktoren entfallen gänzlich, kann doch nunmehr der schambehaftete Mann unter Verzicht aller Konventionen einschlägige Etablissements in weniger gut beleumundeten Stadtteilen aufsuchen und dort jederzeit Besichtigungstermine vereinbaren, wenngleich dort allerdings Kosten anfallen. Selbst peinlich berührte Biedermänner, die normalerweise im Schutze der Dunkelheit Freudenhäuser oder Stundenhotels aufsuchen mussten, in der Hoffnung, unerkannt und unbemerkt davonzukommen, können jetzt unbeschwert und ohne schlechtes Gewissen, allerdings gebührenpflichtig, die unterschiedlichsten Kunstobjekte studieren. 

Halten wir doch einmal fest: Dank der BR-Reportage und des mutigen Einsatzes des Reportageteams des Bayerischen Rundfunks und unserer zeigefreudigen Leah Nlemibe kommen wir Männer endlich unserem lang ersehnten sexuellen Befreiungsschlag einen entscheidenden Schritt näher. Ein längst fälliger Schritt in die richtige Richtung, wie ich meine. In diesem Sinne ein fröhliches Hollerödiljö!

                                           

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