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Der große Wurf. Jetzt werden wir zu Tode reformiert.

Ja, bist du deppert - würde ein Österreicher als Ausdruck maximaler Begeisterung angesichts des sich anbahnenden Unheils ausrufen! Unser aller Fritz, - Erleuchteter, Erretter und Heilsbringer zugleich, macht das Land wieder flott. Die bedürftige deutsche Glaubensgemeinschaft darf endlich wieder hoffen. Die beherzte und tiefgreifende Umgestaltung existenzieller Schlüsselthemen zeigen erste Konturen, um die Begriffe "heimtückische Gräben" oder "hinterfotzige Fallgruben" zu vermeiden.

Mitten im veritablen Absturz des gesamten deutschen Wirtschaftsraums, des dramatischen Zerfalls unserer Gesellschaft und der furchterregenden Leistungsbilanzen in den letzten vier Jahren, hat unsere regierende Worthülse den ersten wagemutigen Maßnahmenkatalog zur Rettung unseres Landes verkündet. Tiefgreifende Änderungen stehen uns bevor, die dem Bürger die nostalgischen Gefühle der Armut, der Entbehrung und des Verzichts ein bisschen wohliger erscheinen zu lassen.

Ich wills mal so sagen: Nichts haben die Bürger sehnsüchtiger herbeigesehnt als die wegweisende Entscheidung, dass unsere Bibliotheken ab 1. Januar 2027 auch sonntags öffnen dürfen. Vorbei ist es dann mit den kilometerlangen Warteschlangen, die sich regelmäßig bereits samstags in den frühen Abendstunden vor den Eingängen der Büchereien bilden. Auch der zweite politische Paukenschlag kann sich sehen lassen. Deutsche Bäckereien sollen mehr Spielraum bekommen, indem sie nun auch an Sonn- und Feiertagen jeweils 3 Stunden jede Menge Mohnsemmeln, Brezeln und Krustenbrote backen dürfen, um die schlimmsten Ernährungsengpässe der Bevölkerung ein für alle mal zu beenden.

Das Maßnahmenpaket der CDU, CSU und SPD könnte spektakulärer nicht sein. Geplant sind Reformen in den Bereichen Arbeit, Wirtschaft und Sozialsysteme, das insgesamt 34 Befreiungsschläge enthält. Millionen „Geringverdiener“ dürfen aufatmen, sollen doch beispielsweise berufstätige Familien mit zwei Kindern mit jährlich 600 Euro, also monatlich pro Kopf mit 12 Euro und 50 Cent entlastet werden, natürlich nur, sofern sie über ein Jahreseinkommen von 60.000 Euro verfügen. Ist das Einkommen geringer, fällt die staatliche Wohltat ein wenig marginaler aus. Bei drei und mehr Kindern natürlich auch.

Sollte ein Familienmitglied mit einem Minijob die Haushaltskasse aufbessern müssen, wird der schmale Verdienst zukünftig mit 5 Prozent besteuert, damit die Bäume auch bei den Arbeitgebern nicht übermäßig in den Himmel wachsen. All die vielen Mini-Job-Arbeitnehmer, die mit dem Auto zum Arbeitsplatz fahren, müssen die großmütigen Zuwendungen des Staates schon bei der ersten Tankfüllung an den Zapfsäulen wieder abgeben, damit die Balance ausgeglichen bleibt. 

Doch bevor sich der Leser an dieser Stelle aufregt, sollte er an die weiteren Sahnehäubchen denken, die unsere Reformer und ihre Kommission noch in petto haben. In Zukunft werden Mittelständler und vor allem Gastronomen keine "Mini-Jober" einstellen, wenn sie nur noch steuerpflichtige Vollzeitkräfte beschäftigen dürfen. Die Vorteile liegen auf der Hand, das meint jedenfalls Fritz. Diese Reform wird zur deutlichen Entlastung bei den Geringverdienern führen, da sie in Zukunft die Freizeit besser genießen und die Sozialämter ohne Zeitdruck aufsuchen können.

Auch wenn die arbeitende Bevölkerung den subjektiven Eindruck haben sollte, seit Jahren erfolgreich geschröpft worden zu sein und ab 2027 noch nachhaltiger ausgenommen werden, sollte man in die latent herrschende Frustration mit einbeziehen, dass es zur Kultur deutscher Politiker gehört, die Bürger regelmäßig zu begaunern. Doch mit diesem hartnäckigen Vorurteil soll nun Schluss sein, wie Fritz, überwältigt von der eigenen Bedeutungslosigkeit, die herbeigeeilten System-Journalisten wissen ließ. Nicht nur Olafs, sondern auch Fritzchens "Doppelwümmse", schlagen ein wie scharfe Granaten in Kiew.

Vergessen wir an dieser Stelle nicht, dass auch das "Ehegatten-Splitting" ersatzlos gestrichen wurde und die angeheiratete Dame an unserer Seite mitsamt ihren halbwüchsigen Kindern zur zusätzlichen Kostenstelle für die Familie wird, weil sie sich separat krankenversichern muss. Das Gesamt-Paket ist also geschnürt. In den geheimen Beratungen ging es nur noch darum - ähnlich wie seinerzeit bei der Umwandlung der Staatskredite in Sondervermögen, den positiven Aspekt für die zusätzliche Abgabelast beim Bürger und den Unternehmern hervorzuheben.

Der termingerechte und uns öffentlich präsentierte phänomenale Reform-Rundumschlag trägt Züge wilder Entschlossenheit, uns neuen Schwung und Hoffnung zu geben. Die telefonische Krankschreibung wird abgeschafft, um die zuvor ausgeplünderte und nunmehr desaströse Kassenlage zum Wohle der Versicherungen und zu Lasten der arbeitenden Bürger zu verlagern. Wir sehen also, bereits die ersten fünf Weichenstellungen werden uns mit einem gewaltigen Ruck nach vorne katapultieren, wo immer auch „vorne“ sein mag. 

Aber das ist noch lange nicht alles. Den ultimativen Reformschritt unserer Koalition darf man getrost als genialen Schachzug einordnen, denn ab sofort sollen per Haftbefehl gesuchte Straftäter keine Sozialleistungen mehr erhalten. Man stelle sich vor: Gar keine mehr! Hier zeigt sich erstmals: Fritz und die CDU haben sich mit dieser beherzten und knallharten Maßnahme beim dicken Lars durchgesetzt. Mit unvergleichlicher Weitsicht haben sich unsere Staatslenker, hinsichtlich der Einkommenssicherung migrantischer Schwerverbrecher trotz heftiger Gegenwehr unserer Frau Bas vom humanitären Wertekanon verabschiedet.

Was die mit Spannung erwartete Rentenreform anbetrifft, sollten wir alle ein wenig euphorischer sein, zumal sich Fritz so sehr wünscht, dass die stinkfaule Bevölkerung bei den staatlichen Betrugsvorhaben mit Zuversicht und maximaler Leidensfähigkeit mitwirkt. Zunächst wird schrittweise die Lebensarbeitszeit optimiert, – will sagen: Wir werden alle ein paar Jahre länger arbeiten, um mit signifikant höheren Beiträgen in Zukunft schneller zum Sozialfall zu werden als früher. Somit hat unsere Regierung eine Reform mit Dreifachnutzen realisiert. 

Auch der gesundheitlichen Vorsorge wegen werden Tabak- und Alkoholsteuern signifikant angehoben. Unser Staat rückt also den Lungenkarzinomen und Leberzerrhosen mit höheren Steuern zu Leibe! Das heißt für uns Verbraucher im Klartext: Lasst uns die Krankenkassen sanieren, indem wir selbstlos für Deutschland saufen und rauchen, wenn wir uns in Zukunft schon keinen Urlaub mehr leisten können. So wird es auch niemanden überraschen, dass die Witwenrenten abgeschafft werden sollen. Endlich auch hier ein Schritt in die richtige Richtung, zumal die vom bedrückenden Ehejoch erlösten Damen sich nach dem Ableben ihrer Männer ohnehin nur noch dem süßen Leben an Italiens Stränden hingeben.

Fritz nennt diesen wegweisenden Schritt „Nachhaltigkeitsfaktor“. Der herkömmliche Rentner wird also zügig und nachhaltig ärmer, weil Energie-, Lebenshaltungskosten und Inflation, CO2-Atemluft-Besteuerung und Krankenkassenbeiträge und Medikamentenzuzahlung in Apotheken seine letzten Ersparnisse und Rücklagen auffressen. Aber auch den sogenannten Reichen wird in Zukunft deutlich mehr abverlangt, sofern sie nicht vorher mitsamt ihrer Firma und ihrem Vermögen ins Ausland geflohen sind. 

Das sozialistische Reformwunder ist Wirklichkeit geworden, zumal man unter Verzicht großer Einsparpotenziale bei den Migrationskosten, Entwicklungshilfen an China, Indien oder sonstigen potenten Staaten, bei den kriegsfördernden Geld- und Waffenleistungen an die Ukraine. Auch dieser Wolodymyr will angemessen versorgt sein. Für all diese Verpflichtungen und nicht zuletzt auch für die aufrecht zu erhaltende Bürokratie wird die arbeitende Bevölkerung ins Obligo genommen. 

Schließlich wurde eigens ein Ministerium für die Überwachung der Reform ins Leben gerufen, für die wir natürlich weitere qualifizierte Beamten benötigen. Dass so ganz nebenbei auch die Sozialabgaben steigen müssen, liegt in der Natur der Sache, zumal ja einerseits die Regierungskassen staubtrocken sind, andererseits wir die Millionen Hilfebedürftigen vom afrikanischen Kontinent nicht einfach verhungern und ärztlich unversorgt lassen können oder sie gar in die Verelendung schicken.

Ach – eh ich's vergesse, die Tatsache, dass man jetzt die Finanzämter dazu verpflichtet, innerhalb von maximal vier Wochen eine Steuernummer an neu gegründete Unternehmen zu vergeben, gehört auch zu den weitreichenden und durchschlagenden Rettungsmaßnahmen Deutschlands. Bald sind wir wieder wer, auch wenn wir beim Kicken auf den Fußballäckern dieser Welt ein jämmerliches Bild abgeben!

Also Leute, Kopf hoch, packen wir‘s an und wählen die AfD, damit wir nicht zu Tode reformiert werden. Alice wird es vermutlich richten!

                                         

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