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Sind das noch Regierende oder benötigen wir einen neuen Begriff?

Politiker setzen derzeit Framing und Wording nicht nur als Angriffswaffe gegen empörte Bürger ein, sondern auch als manipulative Verteidigungswaffe, um von ihrer eigenen, unfassbaren Inkompetenz und ganz massiven Fehleinschätzungen abzulenken. Ganz vorne der unangefochtene Spitzenreiter Friedrich Merz.

Es ist unübersehbar und unüberhörbar, mit welchem Engagement und kaum noch zu überbietender Impertinenz unangenehme Fakten und Tatsachen in einen für politische Zwecke vorteilhaften Sprachduktus gekleidet werden. Unsere Politiker wie auch die öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender beherrschen nicht nur die Technik der Wirkung von Sprache unter Anwendung meinungsbeeinflussender Formulierungen, sie verbreiten sie im Eigeninteresse nahezu pandemisch, in der Hoffnung, ungeschoren davonzukommen. 

Die gestrige RTL-Sendung dürfte wieder einmal nahezu allen Zuschauern die blanke Wut auf die Stirn getrieben haben, als die Moderatorin Pinar Atalay die Frage an den Kanzler richtete, weshalb er seinen Amtseid breche und menschenverachtende und zerstörerische Gesetze wie beispielsweise das Sparpaket bei den Gesundheitsausgaben erlasse. Selbst ein solch schmerzhafter Tiefschlag in die Magengrube lässt der abgebrühte und mit allen Lügen gewaschene Kanzler an sich abtropfen wie Wasserperlen an einer Teflonpfanne. „Man kann ja sagen, man sei nicht einverstanden mit dem, was die Bundesregierung tue. Aber uns, und auch mir persönlich, einen vorsätzlichen Bruch meines Amtseides vorzuwerfen, das ist schon ziemlich harter Tobak.«

Aber selbstredend handeln Sie vorsätzlich, verehrter Herr Bundeskanzler und damit auch ihre Mitregierenden, was denn sonst! Oder wollen sie den Bürgern und Wählern weißmachen, Gesetzesvorhaben, Entscheidungen und deren Umsetzungen seien rein zufällig und würden nur versehentlich ratifiziert, da Sie doch wie kaum jemand im Land die Zustände und Verhältnisse in der Wirtschaft wie auch bei den Bürgern genau kennen? Oder wollen sie die andauernden Brüche Ihres Amtseides und ihre "vorsätzlichen Lügen" als unabwendbare Natur-Ereignisse etikettieren, wofür sie nichts können? Die Schamlosigkeit, mit der Sie, Herr Kanzler, schon seit dem ersten Tag der Amtsübernahme Ankündigungen, Versprechen und Zusagen gleich reihenweise entweder in ihr glattes Gegenteil verkehren oder nonchalant vom Tisch wischen, hat schon manischen Charakter.

Und dann sitzen sie wieder, wie so oft, mit der Miene eines honorigen Ehrenmannes vor der Kamera und begegnen einer berechtigten Frage der Moderatorin mit: „Ich verwahre mich in aller Entschiedenheit …“, ich bestreite …, ich widerspreche in aller Schärfe …, ich weise den Vorwurf zurück…“! Und dennoch ...! Ihre Doppelzüngigkeit stand ihnen unübersehbar ins Gesicht geschrieben. Mehr als Standards, hohle Floskeln und hundertfach widerholte Worthülsen haben Sie nicht zu bieten, die in der Bevölkerung inzwischen wie unerträgliche Körperverletzungen empfunden werden.

Würden Sie, verehrter Herr Kanzler ein „normaler Bürger“ sein, die Nachbarschaft und alle, die mit ihnen zwangsläufig zu tun hätten, würden Sie mit den gemachten Erfahrungen keines Blickes würdigen und Ihnen schlicht den Handschlag verweigern. Sie sind nachhaltig „unten durch“ – wie man so schön sagt. Ob Ihnen der Bäcker noch eine Semmel verkaufen würde, wage ich zu bezweifeln. Doch leider sehen sich Wähler und Bürger überdies einem völlig verrotteten Regierungs- und Koalitionssumpf ausgesetzt, deren "Bewohner" sich aus machtpolitischen und versorgungstechnischen Gründen jeder Moral, jeden Anstands, jeder Ethik und Lauterkeit komplett entledigt haben.

Würde man das Gebilde der Regierung und ihren Akteuren herunterbrechen auf ein großes Unternehmen, gäbe es kaum noch eine Straftat, die der „Vorstand“ mithilfe seiner „Mitarbeiter“ – man könnte sie auch Abgeordnete nennen, nicht begangen haben. Sei es die Beugung und das Unterlaufen der Grundgesetze während der Coronazeiten, der damit verbundenen Korruption und betrügerischer Bereicherungen. Hinzu kommen Unterschlagungen, Veruntreuungen und ganovenhafte Zweckentfremdungen von Staatsvermögen, Kreditbetrug unter Vorspiegelung falscher Tatsachen (Sondervermögen), Vorteilsnahmen, Vertuschung und Rechtsbeugung bei der Erteilung von Aufenthaltstitel für Migranten und dergleichen mehr. Von Petitessen wie unrechtmäßig geführte akademische Titel und zuhauf „getunte Lebensläufe“ will ich hier erst gar nicht reden.  

Angesichts der politischen Randereignisse, die sich jetzt vor den Wahlen in den östlichen Bundesländern in Form unerträglicher Skandale abspielt, bei denen sich Politiker in Ministerämtern als unverfrorene Plagiatoren, skrupellose Betrüger, tennisspielende Lügner, dilettierende Versager und Gesetzesbrecher entlarven, entfallen längst auch bei mir sämtliche Hemmungen, jene Partei zu wählen und nach Kräften zu unterstützen, die Sie als rechtsextrem und gefährlich diffamieren. Wer in Wahrheit gefährlich ist, darüber muss ein kritischer Zeitgenosse nicht mehr nachdenken.

Nein, Herr Bundeskanzler, hinsichtlich des Vertrauens, der Erwartungen und der Hoffnungen auf Reformbesserungen haben Sie in meinen Augen bestenfalls noch den Stellenwert eines potemkinschen Dorfes, auf das ich noch nicht einmal mehr einen Schuss verschwenden würde. Herr Merz, Sie führen in Berlin einen Augiasstall, bei dem man fürs Ausmisten vermutlich Jahrzehnte benötigen würde. Und Sie spielen dort nicht nur die Erste Geige, sie dirigieren auch noch dieses Chaos-Orchester! 

Es ist höchste Zeit, dass Sie endlich gehen, damit Deutschland und die Deutschen wieder aufatmen, Zuversicht verspüren und neue Hoffnung schöpfen können. Und abermals NEIN! Herr Bundeskanzler, sie werden niemandem fehlen. 

                                            

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