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"Panta rhei" – Sachsen-Anhalts rigide Regierungsform.

Der Leser mag sich an dieser Stelle fragen, welcher Teufel mich geritten haben könnte, wenn ich ausgerechnet Sven Schulze, ein glühender Anhänger der neuen „totalitären Demokratie“ in Sachsen-Anhalt in einem Atemzug mit dem Philosophen Heraklit (520 v. Chr.) in einen Zusammenhang bringe. Klar ist allerdings: Nichts ist so sicher wie die Veränderung. Aber muss es gleich ein totalitäres System mit vollkommen ideologischer Unterwerfung werden?

Nun ist dieser Sven nicht gerade der Hellste unter den Ministerpräsidenten, selbst, wenn man berücksichtigt, dass das intellektuelle Niveau solcher Amtsträger bei den meisten ohnehin mehr als zu wünschen übrig lässt. Zu tiefgründig-philosophischen Gedankengängen haben die aktuellen Macht-Politiker ohnehin eher selten Zugang -, zumeist auch ihrer bejammernswerten Bildung geschuldet. Es sind vielmehr die charakterlichen und menschlichen Besonderheiten, die mich zu solchen Überlegungen im Zusammenhang mit Sven Schulze veranlassen.

„Panta rhei“ (altgriechisch πάντα ῥεῖ ‚alles fließt‘), hat der alte Heraklit aus Ephesos in bösartiger Absicht seinen Untertanen zugerufen. Dieser altgriechische Aphorismus beruht nicht etwa auf dem Verständnis der heute gebräuchlichen Metapher, dass alles in Bewegung sei. Nach Nietzsche handelt es sich im Kern um eine Konzeption der „Bejahung des Vergehens“, also des Bösen. Und genau jene Konzeption finden wir heute bei unserem machtgierigen und selbstherrlichen Sven, dem Anhaltiner.  

Heraklit hasste nicht nur herkömmliche Bürger, er nahm auch menschlich keinerlei Rücksicht auf politische Gegner. Das bewies er vor etwa 2.600 Jahren, als er einen beliebten Lokalpolitiker und prominenten Gegner kurzerhand in die Verbannung schickte. So rief er den Bürgern zu: „Recht täten die Epheser, wenn sie alle Mann für Mann aufhängten, die diesem Aufwiegler und geistigen Brandstifter Hermodoros nacheiferten.“ Zugegeben, Sven Schulze spornte seine Schäfchen in Sachsen-Anhalt nicht an, sämtliche AfD-Wähler und Sympathisanten an den Alleebäumen von Sachsen-Anhalt aufzuknüpfen, aber diesen Siegmund Ulrich, den würde er nur allzu gerne in die Verbannung schicken. Nun wiederholt Sven nach dem Vorbild im Parlament 1933 den Boykott einer Wahl, um die Nazis 1933 an die Macht zu bringen.

Und genau dort finden wir auch das Motiv von Sven, der sich mit der maximalen Verbissenheit eines Ertrinkenden an den letzten Strohhalm klammert, indem er unter Verzicht von Anstand, Fairness und Selbstreflexion seine Wahlniederlage ausblendet. Stattdessen machte er Nägel mit Köpfen. Er schaffte „Klarheit“. Klarheit über seinen verrotteten Charakter, Klarheit, indem er die Abgeordneten der CDU-Fraktion vor ihrem eigenen Gewissen "schützte" und sie qua „Order de Mufti“ vom Wahlverfahren für den neuen Ministerpräsidenten ausschloss. Sven und die CDU trauen ihren eigenen Abgeordneten nicht mehr über den Weg, seit sie Abweichler und Überläufer in ihren Reihen vermuten und zwingen sie deshalb zum Kadavergehorsam, der den Verzicht des Gewissens gleich mit einbezieht.

Nein, Sven, der Kleingeist aus Magdeburg hat‘s nicht so mit unserem Grundgesetz. Noch weniger allerdings mit der Demokratie im herkömmlichen Sinn, auch wenn die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität, der Schutz der Menschen- und Bürgerrechte, die Rechtsstaatlichkeit und freie und faire Wahlen dort fest verankert sind. Vorrang haben bei ihm das Amt, seine Versorgung, der Schlüssel für den Dienstwagen und seine Machtprivilegien. Was scheren ihn die Bürger im Land, die etwas ganz anderes wollen? Was scheren ihn die Wähler, deren Vertreter im Parlament den Forderungen der Bürger nachkommen sollen? Was schert diesen Sven das Strafgesetzbuch, das gilt nur für Untertanen.

Abgesehen davon, dass der überaus prominente und sympathische Siegmund Ulrich ohnehin zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden wird -, spätestens im dritten Wahlgang -, dürfte Svens verzweifelt-unterirdischer und strafbewehrter Winkelzug der Rest-CDU bundesweit die letzten Zustimmungswerte kosten. Die AfD-Wähler können sich nun entspannt zurücklehnen, auch wenn die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten einen Böhmermann mit einem impliziten Auftragsmord ins Rennen schicken, um den „rechtsextremen Siegmund“ mit dem LKW überrollen zu lassen. In diesem erbärmlichen Clip ist nicht nur der Wunsch Vater des Gedankens, er zeigt auch, welcher Geist in den Redaktionen, unter den Politikern und in den Parteien herrscht. Sven dagegen ist glasklar ein Fall für den Verfassungsschutz und den Staatsanwalt.

                                         

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