Als Bürger wähnt man sich bei dem Blick nach Berlin inzwischen als Pflegekraft eines schon seit Monaten dahinsiechenden Patienten in der politischen Palliativstation. Man wünscht inständig, ja, hofft sogar, dass der Himmel gnädig sein möge, um die Qualen des leidenden Kanzlers und die Last für die Millionen steuerpflichtigen Pfleger schnell zu beenden.
Überhaupt sieht es für den psychisch und geistig „Bettlägerigen“ Fritz nicht besonders rosig aus, da sich immer mehr CDU-wählende Pflegekräfte hoffnungsvolleren Aufgaben zuwenden und ihre „lebenserhaltenden Maßnahmen“ bei ihrem einstmals großen Führer nach und nach einstellen. Ja, ja, mir ist schon klar, meine Metaphern klingen ein wenig makaber, aber wenigstens verdrängt der akut gefährdete Patient diese schleichende Entwicklung und merkt nichts mehr.
Nichtsdestoweniger wünscht man einem Kanzler mit nur noch 10 Prozent Zustimmung, einem Politiker also, dessen politische Rekonvaleszenz von den meisten seiner „steuerzahlenden Betreuer“ (Bürger) als nahezu unwahrscheinlich eingeschätzt wird, dass er in Frieden abtreten möge. Die Chancen, dass er wieder auf die Beine kommt, tendiert gegen Null - das sagen nicht nur Experten, sondern auch politisch versierte Journalisten.
Der Kolumnist Moritz Koch im Handelsblatt bezeichnete in seinem gestrigen Artikel Friedrich Merz gar als scheintot. „Er habe beim Auftritt von Friedrich Merz in Münster, wo er sich als „Bollwerk und Retter des Bündnisses und der Nato“ kürte und auf sich selbst eine beeindruckende Laudatio hielt, „in tote Augen“ gesehen. Ein vorweg genommener Nachruf, wie ich meine. Nun ja, Fritz hat ihn sich redlich verdient, wenn man bedenkt, wie lange sich der Mann im Amt gequält und bis jetzt durchgehalten hat.
Ich wills mal so sagen: Es ist ja nicht so, als würden die Bürger nur unter der Last hoher pekuniärer „Pflegekosten“ im Kanzleramt ächzen. Wir müssen wohl damit leben, dass die Krankenlager in unseren politischen Palliativ-Zentren wie beispielsweise die SPD-Zentralen, in rot-grün geführten Ministerien und Bundesbehörden komplett überfüllt sind und wir den bedauernswerten Patienten aus humanitären Gründen die Leidenswege noch ein wenig weiter finanzieren, auch wenn es uns schwer fällt.
Man
denke nur an besonders hoffnungslosen Fälle wie Saskia Esken, Lars
Klingbeil, Bärbel Bas oder die „rote Lola in Berlin“ (Elif Eralp), um nur einige wenige der Gepeinigten zu nennen. Bei den Genannten wäre jeder Versuch einer mentalen Wiederbelebung schon mangels Masse zum Scheitern verurteilt. Und dennoch schleppen wir sie alle durch. Sage einer, unsere 85 Millionen-Gesellschaft
sei verroht und inhuman. Ich weiß, ich weiß, viele Leser werden sagen, dass die Zumutbarkeit einer kaum noch bezahlbaren Dauerpflege notleidender Patienten, die man eigentlich längst abgeschrieben hat, längst überschritten ist.
Denn nicht etwa in der Maschinenbau, der Automobil-Industrie, der Chemie, im Handel oder gar in der heimische Chip-Markt geht es vorwärts. Diese "Blue-Chip-Unternehmen" nämlich fliehen mitsamt dem Mittelstand ins Ausland. Umso stärker konzentriert man sich auf den Stillstand der Reformen, die man dem jeweiligen politischen Gegner als nicht finanzierbar, nicht hinnehmbar, nicht umsetzbar oder nicht realisierbar gnadenlos um die Ohren haut. Wenn selbst der „untote Steinmeier“ zum roten Telefon greift, um die „mental ans Bett gefesselten Politiker“ zur Ordnung zu rufen und eine schwere Staatskrise befürchtet, muss es um Deutschland schlimmer stehen als wir Bürger angenommen haben.
Aber was will'ste von intellektuell, mental und bildungsanämischen Bettlägerigen erwarten? Unter
diesem Gesichtspunkt steht zu befürchten, dass die politischen Bestatter, das Friedhofspersonal und die Hersteller von Schaufeln in naher Zukunft prosperieren und Deutschland wieder auf
Kurs bringen werden.
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