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Fritz in Kiew! Der Kanzler zwingt jetzt Putin in die Knie.

Der "geheim gehaltene Blitzbesuch" des Kanzlers in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, die, sofern wir den Informationen und Berichten unserer bewährten Qualitätsmedien vertrauen dürfen, rund um die Uhr vom Russen angegriffen, bombardiert und beschossen wird, ist mehr als nur eine heroische Geste. Ja, ich möchte sagen, mit seinem todesverachtenden Mut setzt Fritz trotz eindringlicher Drohnenwarnungen ein deutliches Fanal gegen den Aggressor.

Bei schönstem Sonnenschein und umringt von Presse, Kameras und ukrainischen Regierungsvertretern, entstieg Fritz mit seiner Entourage, bestehend aus CEO’s der deutschen Rüstungsindustrie sowie unserer Wirtschaftsministerin Katharine Reiche dem Sonderzug. Und während Russland just bei seiner Ankunft die Umgebung mit einem Bombenhagel überzieht, schüttelt unser Bundesfritz auf dem Bahnsteig des Kiewer Hauptbahnhofs, selbstredend ohne ballistische Schutzweste, weitgehend entspannt und lächelnd die Hände des Empfangskomitees.       

Offen gestanden, habe ich unseren bewährten BILD-Kriegsreporter Paul Ronzheimer vermisst, der mit Stahlhelm und zentimeterdickem Nato-Splitterschutz im aufsteigenden Rauch vernichtender Granateneinschläge aus dem Schützengraben die herzliche Umarmung von Wolodymyr und Friedrich kommentiert. Schließlich besteht die latente Gefahr, dass unserem Kanzler eine abgeschossene Drohne aufs Hirn fällt.

Ronzheimer hätte dem Kriegs-Szenario einen etwas martialischeren Anflug des nahestehenden Untergangs verliehen. Nichtsdestoweniger schlägt Fritz dem vollkommen ahnungslosen russischen Geheimdienst ein Schnippchen und hält vor mehr als einem Dutzend Kameras und Mikrophonen eine kurze Pressekonferenz unter freiem Himmel vor einer dekorativ ausgebrannten Häuserruine im Stadtzentrum ab. Man klopft sich - von Putins Agenten natürlich unbemerkt -, gegenseitig auf die Schultern, um der ukrainisch-deutschen Verbrüderung auch einen emotional-humanitären Charakter zu verleihen. 

Welches Land, so frage ich, wird von einem Staatschef engagierter und euphorischer verarmt als Deutschland, um einem korrupten Kriegsfetischisten unter die Arme zu greifen. Wie begründete er (im übertragenen Sinne) doch gleich seine Unterstützung? Nur eine stabile Regierung wie die in Deutschland könne Putin die Stirn bieten. "Aha", sagt sich der Bürger, der weiß, dass unser 10-Prozent-Kanzler 90 Prozent der Wähler gegen sich hat. Der Mann lebt offenkundig in Wahnvorstellungen. 

Das Geld ist ja nicht weg, Herr Preiss, sagte Fritz im Interview im "Bericht aus Berlin. Stimmt, das hat jetzt dieser Wolodymyr. Und dieses deutsche Steuergeld summierte sich bis vor einer Woche noch auf etwa 39 Milliarden Euro. Seit gestern allerdings ist noch ein bisschen dazugekommen.

Ich wills mal so sagen: Als Fernsehzuschauer zu Hause weiß man schon gar nicht mehr, was man zuerst glauben soll, wenn Kommentatoren beschreiben, was wir in Zukunft gefälligst zu befürchten haben. Zwar sieht sich der Kanzler als unersetzbarer Garant für die Ukraine und als Retter Europas, aber wenn das verdammte Volk bei der Verteilung der Wohltaten nicht mitmacht ...! Immerhin erfahren wir von unseren Nachrichtensendern: „Friedrich Merz ist jetzt entschlossener denn je!“ Zugegeben, diese Botschaft hat das Zeug, Deutsche Bürger weit mehr in Panik zu versetzen als der Drohneneinschlag in die Nordbrücke der ukrainischen Hauptstadt, zumal unser Kanzler beinahe zeitgleich dem notleidenden Wolodymyr weitere 1,2 Milliarden Euro und jede Menge Abfangdrohnen aus heimischer Produktion zugesichert hat.

Zum Glück liefern uns unsere Staatsmedien ganz wundervolle Bilder und Berichte aus der schwer umkämpften ukrainischen Hauptstadt, die uns Deutschen verdeutlichen sollen, welchen Gefahren unser Land und Europa jetzt schon ausgesetzt ist. Auch wenn das abendliche Leben in Bars und Clubs Kiews auf der bekanntesten Flaniermeile Chreschtschatyk-Boulevard und im Viertel Podil im Zentrum ungebrochen ist und die Restaurants und Straßencafes nach wie vor gut besucht sind, sollten wir auf der Hut sein. Der Russe belauert nicht nur Kiew sondern auch uns und er kann jeden Augenblick in Berlin zuschlagen.

Man fragt sich allen Ernstes, weshalb ein deutscher Kanzler in ein Krieg umtobtes Land reist, wenn er in einem einzigen Telefonat diesem Wolodymyr weitere Milliarden deutsche Steuergelder zusichern kann, anstatt das Geld unter den eigenen Rentnern zu verteilen oder um das eine oder andere Reförmchen zu finanzieren. Wäre es für einen Staatslenker überdies nicht auch die Pflicht, sich unter keinen Umständen in Gefahr zu begeben, um seinem Volk zu dienen und sich um die Probleme der eigenen Bürger zu kümmern? 

Stattdessen begibt er sich ohne Not in die Ukraine, setzt sich permanenten Drohnenangriffen und dem russischen Bombenhagel aus – ohne Schutzweste und Stahlhelm, versteht sich -, hält Pressekonferenzen nicht im Bunker sondern auf sonnenüberfluteten Plätzen der Kiewer Innenstadt ab und warnt Putin unter Inkaufnahme von Todesgefahren vor der weiteren Fortführung des Krieges. Und während unsere Berichterstatter nicht müde werden, über den andauernden Terror, das Leid, die Not, die Toten und Verwundeten in der Ukraine zu berichten, und uns den Blutzoll von unschuldigen Bürgern in Kiew vor Augen führen, steht unser Kanzler in heroischer Pose vor einer zerstörten Kriegskulisse und gibt Interviews. Aber vielleicht ist ja auch alles ganz anders und wir Bürger können allesamt unseren eigenen Augen und Ohren nicht trauen?

Nun ja, was tut man nicht alles für schöne Bilder, die uns den Untergang Europas und natürlich Deutschlands ankündigen. Ich fürchte nur, der Deutsche Niedergang und die Staatspleite hierzulande werden in ihrer Endgültigkeit schneller eintreffen als der Frieden in der Ukraine. Bleibt zu hoffen, dass die mitgereisten Chefs der deutschen Rüstungsindustrie noch gute Geschäfte mit Wolodymyr abschließen, die unser Fritz mit dem Sondervermögen und neuen Steuergeldern finanziert, obwohl uns der Schuldenkollaps droht. Schwamm drüber, es wird sicher alles ein gutes Ende nehmen.

Doch wann, so frage ich mich, wachen die Bürger auf und fragen laut, was sie noch glauben und wem sie noch vertrauen sollen, obwohl sie mit eigenen Augen täglich auf der Mattscheibe sehen, der Presse entnehmen und mit minimalem Denkeinsatz erkennen könnten, dass sie tagtäglich von der Politik aufs schändlichste hintergangen werden?  

                                        

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